Der Kampf gegen HIV/Aids

Die Vereinten Nationen verabschiedeten im Jahr 2001 die Millenniumsentwicklungsziele. „Keine Neuinfektionen von HIV bis 2015“ ist eines der acht Ziele (1). Die Zeit läuft und vieles muss noch getan werden, um das Ziel zu erreichen. Doch der Bericht des Gemeinsamen Programms der Vereinten Nationen zur Reduzierung von HIV/Aids (UNAIDS) für den diesjährigen Welt-Aids-Tag (1.12.) verspricht Gutes und die Zahlen weisen darauf hin, dass Schritte in die richtige Richtung getan werden.

© Julia Krojer

© Julia Krojer "The sun finds a way to shine into even the deepest parts of the forest."

Die Neuinfektionsrate des HI-Virus ist um mehr als 50 Prozent gesunken, dennoch leben heute so viele Menschen wie nie zuvor mit der Immunschwächekrankheit. Es wird geschätzt, dass ungefähr 34 Millionen Menschen von HIV/Aids betroffen sind, ca. die Hälfte davon kennt ihren Status nicht. Immer mehr Betroffene haben Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten: um 63 Prozent ist die Zahl der Menschen, die die Möglichkeit für eine antiretrovirale Therapie haben in den letzten 24 Monaten gestiegen und die Todesfälle aufgrund von Aids sind zwischen von 2005 bis  2011 um 25 Prozent weltweit gesunken. Dies sind erfreuliche Ergebnisse des Berichts. (3)

HIV/Aids galt lange als eine Krankheit von homosexuellen Männern, doch heute sind weltweit etwas mehr als die Hälfte der Betroffenen Mädchen und Frauen. Sie sind einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt; das ist zum Teil biologisch begründbar ist, kommt aber auch durch sexuelle Gewalt. Des Weiteren haben Studien bewiesen, dass Frauen im Vergleich zu Männern weniger Zugang zu Behandlungen haben (2).

Jährlich werden weltweit 400.000 Neugeborene während der Schwangerschaft, Geburt oder Stillzeit infiziert (4). Die Hälfte der Reduktion der Neuinfektionen mit dem HI-Virus bezieht sich auf Babys, da schwanger Frauen, die HIV positiv sind einen besseren Zugang zu notwendigen Behandlungen bekamen. Die Neuinfektionsrate bei Kindern hat sich um 24 Prozent reduziert, darunter in sechs Ländern (Burundi, Kenia, Südafrika, Namibia, Togo und Sambia) sogar um 40 Prozent in den Jahren 2009 und 2011. Dies weist darauf hin, dass besonders in diesen Ländern das Ziel „Keine Neuinfektionen bis 2015“ erst genommen wird und Investitionen dafür geleistet werden. Auch das sind erfreuliche Nachrichten, die in die richtige Richtung gehen, um dem Millenniumsentwicklungsziel näher zu kommen. (5)

Südafrika ist das Land mit der höchsten HIV/Aids-Rate, 17,3 Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Das ist erschreckend hoch, doch Südafrika hat der Immunschwächekrankheit den Kampf angesagt: In den letzten zwei Jahren bekamen um 75 Prozent mehr Betroffene HIV/Aids spezifische Behandlungen. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass 1,7 Millionen SüdafrikanerInnen nun Zugang zu entsprechenden Behandlungen haben. Des Weiteren sank die Zahl der Neuinfektionen um 50.000. Während dieses Zeitraumes wurden die Investitionen im Kampf gegen HIV/Aids enorm erhört. Südafrika leistet mit US$ 1.6 Billionen im Vergleich zu den anderen so genannten Entwicklungsländern, die höchsten Investitionen gegen HIV/Aids. Auch 81 weitere Länder haben ihren Haushalt um 50 Prozent in den Jahren 2001 und 2011 erhöht, um einen Beitrag zum Erreichen des Millenniumentwicklungsziels zu leisten. (6)

Doch es ist noch viel zu tun: Weiterhin haben weltweit etwa 6,8 Millionen Menschen keinen Zugang zu notwendigen Behandlungen. Der Bericht zeigt auch auf, dass SexarbeiterInnen, Männer, die mit Männern Sexualverkehr haben und Drogenabhängige einem wesentlich höheren Risiko ausgesetzt sind, sich mit dem HI-Virus zu infizieren. Wo sich die Ansteckungsrate global gesehen stabilisierte, erhöhte sie sich bei der Gruppe von Männern, die mit Männern Sexualverkehr haben in den letzten beiden Jahren. In osteuropäischen Ländern sind bis zu 40 Prozent der Neuinfektionen unter Menschen die Drogen abhängig sind und ihren SexualpartnerInnen. Dies weist darauf hin, dass Präventionen und Behandlungsprogramme diese Zielgruppen nur wenig erreichen. (7)

Die betroffenen Länder, vor allem aus Afrika südlich der Sahara, sind gewillt mehr im Kampf gegen HIV/Aids zu investieren und taten dies mit US$ 16.8 Billionen im letzten Jahr. Es wird aber geschätzt, dass für das Jahr 2015 US$ 22-24 Billionen notwendig wären. Ungefähr 1.000 Tage bleiben noch, um das Millenniumsentwicklungsziel „Keine Neuinfektionen von HIV bis 2015“ zu erreichen.  (8)

Beitrag bearbeitet von Julia Krojer, 16.12.2012

Quellen:
(1) http://www.un.org/millenniumgoals/
(2) http://www.bmz.de/de/was_wir_machen/themen/gesundheit/HIVAIDS/hintergrund/index.html
(3, 5-8) http://www.unaids.org/en/resources/campaigns/20121120_globalreport2012/
(4) http://www.aids-kampagne.de/kampagne/in9monaten/

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