Ana Paula Maia: Krieg der Bastarde

A1 Verlag, München 2013, Roman, gebunden, 221 Seiten, € 19,40

Die junge Autorin Ana Paula Maia führt ihre LeserInnen in das urbane, zeitgenössische Brasilien. Die ProtagonistInnen ihres „Krieg der Bastarde“ leben in heruntergekommenen Vierteln und ein drohender Umzug in die Favelas hängt ständig als Damoklesschwert über ihnen. Also rackern sie sich einen weiteren Monat lang ab um Gelder für ihre Miete heranzuschaffen. Amadeu, ein junger Pornodarsteller ist einer von ihnen.

Gelegenheit macht Diebe, und wenn wundert es, dass auch Amadeu zum Dieb wird, als sich ihm eine verlockende Chance bietet: eine Sporttasche voller Kokain-Säckchen! Dass diese Tasche allerdings nur deswegen Mitnahme-bereit ist, weil sie von den beiden Toten im selben Zimmer nicht mehr bewacht werden kann, sollte Amadeu zu etwas Vorsicht mahnen...

Immens temporeich spinnt Ana Paula Maia ihre Geschichte um die weitere Suche nach dieser Tasche mit ihrem wertvollem Inhalt. SympathieträgerInnen sind in diesem kleinen „Krieg der Bastarde“ rar, ja nicht mal der kleine Chihuahua, der ab Mitte des Buches auftritt, taugt dazu. Aber auch wenn im Buch nicht zu knapp gestorben wird, auch wenn der Inhalt eine ständige hektische Flucht und Verfolgung ist, so bleibt doch immer etwas Platz für Sit-Com. In den Bann ziehend ist vor allem die Verdichtung der Handlung gegen Schluss hin bis zu einem grotesken finale furioso.

Ana Paula Maias „Krieg der Bastarde“ liest sich nicht nur wie das Drehbuch zu einem rasanten Großstadt-Movie: der Roman wurde 2013 in Brasilien bereits verfilmt.

www.a1-verlag.de

Rezensent: Thomas Divis, Februar '14

Share this:

Hinzufügen Del.icio.us Hinzufügen Facebook