Luiz Ruffato: Mama, es geht mir gut

Assoziation A, Hamburg 2013, Roman, gebunden, 160 Seiten, € 18,50

Luiz Ruffato gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren Brasiliens. „Mama, es geht mir gut“ ist Teil 1 seines auf fünf Bände angelegten Romanzyklus „Vorläufige Hölle“.

Ruffato schildert darin das Leben der Kleinen Leute, Menschen in den unteren und untersten sozialen Schichten. In „Mama, es geht mir gut“ sind das vor allem Menschen die am Land leben oder von dort kommen. Das passiert ohne Sozialromantik, aber in sehr expressiven, oft avangartistischen Texten. Traumata von Züchtigung, Tod und unerfüllte Liebe bestimmen das Leben der handelnden Personen. Manchmal entstehen zärtliche Momente sehnsuchtsvoller Erinnerung, aber diese gefühlten Wahrheiten der Protagonisten werden durch Normen einer Gesellschaft erdrückt, die die nur zu offenbaren Wunden ihrer Mitglieder zu übersehen gewillt ist. Durch schlaglichtartige Schilderungen gelingt es Luiz Ruffato große Dichte zu erzeugen. Das vermittelt am Ende des schmalen Bandes den Eindruck man hätte einen voluminösen Roman gelesen.
„Mama, es geht mir gut“ von Luiz Ruffato ist alles andere denn eine bequeme Lektüre: „Eine lange Nacht … die nicht vorbeigehen will … gar nicht ...“ (S. 67). Vor allem aber ist es eine wirklich empfehlenswerte Lektüre.

www.assoziation-a.de

Rezensent: Thomas Divis, Februar '14

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