Noam Pikelny plays Kenny Baker plays Bill Monroe

Compass Rec./Membran Music
**** + 1/2

Mit dem Interesse an Weltmusik geht auch ein Interesse an exotischen Instrumenten einher. Djemben, Tablas oder Didgeridoos erleben einen großen Hype. Doch wo es Gewinner gibt, da gibt es auch Verlierer. Einer dieser Loser ist das Banjo. Das natürlich völlig zu Unrecht, wie etwa Noam Pikelny auf seinem neuen Album demonstriert.

Das Banjo (das ursprünglich freilich aus Afrika kommt) hat es hier als Instrument der Wahl dreifach schwer: es steht als das Instrument schlechthin für weiße US-amerikanische Volksmusik... Und wer an weiße US-amerikanische Volksmusik denkt, denkt auch den Cowboyhut gleich mit. - Doch das ist gut so. Denn auch diese Musik-Szene hat ihre Meister. Eine zentrale Gestalt, wenn nicht die zentrale Gestalt des Bluegrass war der legendäre Mandolinist Bill Monroe. Monroe hatte seinen ersten Hit 1930 und war bis zu seinem Lebensende 1996 aktiv. Einer seiner langjährigen Violinisten, Kenny Baker, spielte 1976 das Album „Kenny Baker plays Bill Monroe“ ein. Hören Sie hier z. B. vom inzwischen verstorbenen Kenny Baker das berühmte „Jerusalem Ridge“:

Zurück zum Banjo. Eben dieses Top-Album „Kenny Baker plays Bill Monroe“ finden wir jetzt neu bearbeitet für Banjo als Leadinstrument von Jungspatz Noam Pikelny als „Noam Pikelny plays Kenny Baker plays Bill Monroe“. „Jerusalem Ridge“ wird natürlich auch gegeben und gerade bei so einem Song kommt der relativ stumpfe Klang des Banjos besonders gut, wenn er ein Feuer in Moll entfacht und solcherart die irischen Wurzeln des Songs grüßt. Das Line-up des Albums ist klassisch mit Gitarre, Violine, Mandoline, Bass und Banjo. Der Start in die rein instrumentale CD ist sauber, aber unaufgeregt. Doch schon mit Track 3, dem langsamen und exquisiten „Lonesome Moonlight Waltz“ erlebe wir den ersten wirklichen Höhepunkt dieses Albums, welcher dann vom genialen „Jerusalem Ridge“ abgelöst wird. In dieser kurzweiligen Art geht es insgesamt durch 12 sehr gelungene Songs. Wer bodenständige Virtuosität zu schätzen weiß ist mit „Noam Pikelny plays Kenny Baker plays Bill Monroe“ auf alle Fälle gut beraten.

 

www.noampikelny.com
 

Autor: Thomas Divis, Juni 2014

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*                        no!
**                       lauwarm
***                     Yin/Yang
****                    ziemlich gut
*****                  wir empfehlen aus- & nachdrücklich

 

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