MoZuluArt: Township Serenade

Universal Music Austria
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MoZuluArt, also die drei genialen Sänger Ramadu, Blessings Nkomo und Vusa Mkhaya aus dem südlichen Afrika und der österreichische Pianist Roland Guggenbichler, wurden an dieser Stelle schon öfters empfohlen. Nicht anders wollen wir bei ihrem neuen Album „Township Serenade“ verfahren, denn Grund dazu gibt es genug.

Ergänzt wird MoZuluArt diesmal durch das Ambassade Orchestra, von dem es bereits in Quartett-Form Begleitung für Einspielungen gab. Dominierend natürlich wieder der weiche Gesang des afrikanischen Trios. Die Orchesterbegleitung wurde bedingt durch die Bearbeitungen einiger klassischer Musikstücke, darunter ganz schöne Kaliber. Die „kleine Nachtmusik“ etwa. Johann Sebastian Bachs berühmtes Menuett in F-Dur. Oder gar Ravels „Bolereo“. So etwas ist gefährlich. Zum einen sind diese Stücke so genial durchkomponiert und ausbalanciert, dass sie nur schwer eine Erweiterung vertragen. Zum andern sind unsere Ohren so an das „Original“ gewöhnt, dass jede Bearbeitung leicht den Geschmack einer anmaßenden Konkurrenz mit sich bringt. Dieses Problem lösen MoZuluArt immer wieder recht geschickt, indem sie der Hauptmelodie des jeweiligen Stückes nicht allzugroße Beachtung schenken, sondern ihren musikalischen Reichtum erst in der darauffolgenden Brigde entwicklen, von der sie einige Takte extrahieren und über diese ausgiebig improvisieren. Etwas anders, aber nicht weniger geschickt bei „Side Isikathi“, das auf Ravel „Bolero“ aufbaut: dort weitete man die Rhythmus-Teile aus und versah sie mit Gesang; die Hauptmelodie wird zum Zwischenspiel. Bemerkenswert dabei, dass man das Stück inhaltlich in einen Worksong umgearbeitet hat. Gerade das thematisieren von Arbeitsalltag (hier der Weg zur und von der Arbeit in den Kohlegruben) mit Mitteln der klassischen Musik wird nicht oft angewandt; man kann damit, wie auch hier, wirklich sehr reizvolle Ergebnisse erzielen.

Neben diesem klassischem Material wurde von MoZuluArt auf „Township Serenade“ auch traditionelles Liedgut aus ihrer Heimat bearbeitet. Abgeschlossen wird dieses feine Album mit einer recht netten Adaption des berühmten „Mbube“ aus Südafrika, zu hören in einer Live-Aufnahme. Dort leider auch mitzuhören die fleißigen Publikums-MitklatscherInnen: was im Konzert Spaß und Sinn macht erweist sich freilich beim Nachhören als problematisch, zumal wenn der Auftritt mit klassischem Orchester passiert.

www.mozuluart.at

Autor: Thomas Divis, Juni 2014

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*                        no!
**                       lauwarm
***                     Yin/Yang
****                    ziemlich gut
*****                  wir empfehlen aus- & nachdrücklich

 

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