Beyond Addis (Various Artists) – Contemporary Jazz & Funk inspired by the Ethiopian Sounds from the 70’s

Trikont
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Puss n Boots: No Fools, no Fun
Blue Note/Universal Music
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Wer “Äthiopische Musik” sagt kommt kaum umhin auch “Jazz” zu sagen, denn der hat dort in der Popular-Musik eine relativ lange Tradition. Überhaupt ist Äthiopien ein ungemein interessanter Platz für MusikfreundInnen: es ist der Einflußbereich arabischer, afrikanischer und indischer Kultur. Wohl abgeschmeckt mit US-amerikanischen Soul, Jazz und Funk entstand dort eine Pop-Musik, deren faszinierender Klang wie von einem anderen Stern anmutet.

Nicht zuletzt durch die auf mittlerweile 29 CDs angewachsene “éthiopiques”-Reihe von Francis Falceto auf Buda Musique, die seit 1998 besteht, wurde Musik aus Äthiopien breiteren Kreisen zugänglich gemacht. Inzwischen gibt es Bands in aller Welt, die den Sound des berühmten “Golden Age” dieses Landes nachahmen und weiterentwickeln. Einen Teil davon hat Kompilator Jan Weissenfeldt, der selbst in einer solchen Band spielt, nun beim aufgeweckten Trikont-Label mit dem Album “Beyond Addis” herausgegeben. Es dominieren US-amerikanische und deutsche Projekte, aber auch Bands aus Australien, Frankreich, Schweiz etc sind vertreten. Die heißen äthiopischen Funk-Stücke sind deutlich unterrepräsentiert und es herrscht jener getragene “shelléla”-Stil vor, wie wir ihn hier im Original vom Saxophonisten Gétatchéw Mékurya hören können (1972):

Übersetzt ins 21ste Jahrhundert klingt diese Art von Musik dann beim Londoner Shawn Lee's Ping Pong Orchestra nicht weniger verführerisch (Song “Ethio”, Track 5 auf “Beyond Addis”):

“Beyond Addis” ist ein herrliches Album mit, im besten Sinn des Wortes, abgespaceten Songs.

www.trikont.de

 

Puss n Boots: No Fools, no Fun

Blue Note/Universal Music

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Hinter Puss n Boots steckt das Drei-Mäderl-Haus Norah Jones, Catherin Popper und Sasha Dobson und was sie auf “No Fools, no Fun” so machen fällt unter “Alternative Country”. Neben Cover-Version von Neil Young, Tom Paxton u. a. gibts auch eine Reihe von Eigenkompositionen zu hören. Alle drei Mädls sind professionelle Sängerinnen und ihre Instrumente – Jones an der E-Gitarre, Popper an der Akustischen und am Bass, Dobson an den Drums und ebenfalls Akkustische Gitarre – beherrschen sie so leidlich. Eine nette CD für zwischendurch.

Hier die Eigenkomposition „Don’t know what it means“ von Norah Jones mit Rockabilly-Einschlag:

Weitere Hörbeispiele zu den Songs von "No Fools, no Fun" gibt's hier.

www.pussnbootsmusic.com

Autor: Thomas Divis, August 2014

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*                         no!

**                       lauwarm

***                     Yin/Yang

****                   ziemlich gut

*****                 wir empfehlen aus- & nachdrücklich

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