Hazmat Modine: Live

Jaro Medien
*****


Various Artists: Riverboat Records – Music From The Source
Riverboat Records/Harmonia Mundi
****

Die kalte Jahreszeit hat bei uns bereits wieder ihren Einzug gehalten und da ist es gut, wenn auf einer CD “Hazmat Modine” oben steht - denn da dürfen sich MusikfreundInnen versichert sein, dass es heiß wird. “Modine” ist nämlich ein Hersteller für Industrieheizöfen. Doch bei “Hazmat Modine” prasselt natürlich kein behagliches Feuer im Öflein nicht, sondern es wird “hazardous”, sprich: man spielt mit dem Feuer.

Hazmat Modine kommen aus der New Yorker Musik-Szene und zeichnen sich durch ein einzigartiges, faszinierendes Klangbild aus. Gespielt wird eine nicht leicht zu beschreibende Mischung aus Blues, Rhythm ‘n’ Blues, Soul, New Orleans, Shuffle, Swing, Variete plus eine Mischung an verschiedenen orientalischen Elementen. Bestimmend bleibt allerdings stets der sich durchziehende Blues-Charakter für den hauptsächlich das Spiel auf der Diatonische Mundharmonika verantwortlich zeichnet. Den New Orleans-Stil bringt die weitere Bläser-Gruppe mit, allen voran das beindruckende Sousaphon, zuständigfür die Basslinien. (Stellen sie sich ein Sousaphone schlicht als eine fast doppelt so große Tuba vor.). Eine E-Gitarre sorgt für das Rock-Feeling und Exoten wie Gitarren-Banjo oder Piccolo runden den Sound des einen oder andern Songs ab. Auf dieser Basis nun bewegt sich Sänger Wade Schuman wie der sprichwörtliche Fisch im Wasser:

Dieser Song eben,  “Bahamut”, ist übrigens nicht ident mit der “Bahamut”-Aufnahme des neuen “Live”-Albums. Er gibt ihnen allerdings einen sehr gute Vorstellung davon, wie Hazmat Modine dort klingen. Gerade für den herrlich fetten und bodenständigen Sound der Band erweisen sich live-Aufnahmen als besonders geeignet. Wer übrigens die mongolische Oberton-Sänger von Huun Hur Tu einmal in Blues-Gefilden erleben möchte hat dazu ebenfalls auf diesem Album Gelegenheit. Dort unterstützen sie Hazmat Modine nämlich auf einer ziemlich abgefahrenen Version des Blues-Klassikers “Baby please don’t go” vom guten alten Big Joe Williams. (Aufnahmen des bemerkenswerten Bluesmusikers Big Joe Williams sollten übrigens in keinem gut geführten Haushalt fehlen, aber das ist eine andere Geschichte….) Eine der Schnittstellen zwischen Big Joe Williams-Aufnahmen und dem neuen “Live”-Album von Hazmat Modine ist auf alle Fälle, dass man an beiden sehr lange sehr viel Freude haben wird.
 

www.hazmatmodine.com

 

 

Various Artists: Riverboat Records – Music From The Source

Riverboat Records/Harmonia Mundi

****

 

Ende 2011 war’s, da habe ich Ihnen in bester Plauderlaune erzählt “Es gibt Musikfirmen, auf die kann man sich einfach verlassen. Man findet im Geschäft eine CD mit ihrem Logo drauf, kauft sie ohne Probegehört zu haben, trägt sie nach Hause, legt sie in den Player – und es stellt sich heraus es ist ein... Goldstück.“  Diese Worte waren damals auf ein Produkt aus dem Hause Riverboat Records gemünzt. Möglicherweise war es ja nur die berühmte Konstellation Blindes Huhn/Korn, die dann zum Zuge kam,  aber eine feine Bestätigung fanden diese Worte gut anderthalb Jahre später auf der Weltmusik-Messe „WOMEX“. Dort wurde nämlich Riverboat Records mit dem Titel „Best Independent World Music Label“ bedacht. Also wirklich Grund genug für alle MusikfreundInnen die Veröffentlichungen dieses Labels einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Dazu bietet sich eben jetzt eine gute Gelegenheit, da man im Hause Riverboat gerade das 25jährige Bestehen feiert. Auf zwei CDs hat man einen Querschnitt seiner Veröffentlichungen präsentiert. Der Schwerpunkt liegt auf den Alben der letzten 10 Jahre, die KünstlerInnen kommen aus allen Himmelsrichtungen und sind mit jeweils einem Song vertreten. Darunter so illustre Namen wie der berühmte Sänger Mory Kanté aus Guinea, die bekannten Sierra Maestra aus Kuba, der große Boris Kovac aus Serbien oder die Desert-Blues-Band Etran Finatawa aus Niger. Aber vor allem werden Sie hier sehr viele Ihnen wahrscheinlich nicht bekannte hervorragende KünstlerInnen hören.
Zum Geburtstag ließ sich das Riverboat Label wahrlich nicht lumpen und so finden sich auf beiden CDs insgesamt 35 Songs bei einer Gesamtspiellänge von fast zweieinhalb Stunden. Das Sahnehäubchen ist der Preis, der sich im nice-price-Segment befindet. Aber bevor ich Ihnen hier noch weiter lang und breit Vorträge halte, hören Sie sich doch am besten selbst ein paar ausgewählte Lieder an.
 

Aus China Shanren: “Drinking Song”


Aus Martinique Dédé Saint-Prix: "Egalité A Dé Vitès"


Aus Mosambique, Simbabwe, Norwegen, Schweden Monoswezi: “Mapfunde”

Hörbeispiel zu allen Songs von “Riverboat Records – Music From The Source” finden Sie hier.

www.worldmusic.net/riverboat
 

Autor: Thomas Divis, September 2014

---

*                         no!

**                       lauwarm

***                     Yin/Yang

****                   ziemlich gut

*****                 wir empfehlen aus- & nachdrücklich

Share this:

Hinzufügen Del.icio.us Hinzufügen Facebook