Márcio Faraco: Cajueiro

World Village/Harmonia Mundi
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Aquabella: Ayadooeh!
Jaro
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Die musikalische Achse Brasilien-Frankreich ist bereits alt. Ein zeitgenössischer Vertreter ist der Sänger, Gitarrist und Komponist Márcio Faraco.

 

Márcio Faraco wurde 1963 in Alegrete geboren. Mittlerweise ist sein Lebensmittelpunkt allerdings in Frankreich. Es wird daher niemanden verwundern, dass sich das auch in seiner musikalischen Arbeit niederschlägt. Bereits die Band ist durchmischt französisch-brasilianisch. Und was für die Band gilt, das gilt freilich auch für die Musik. Im Song “Paris” aus seinem neuen Album “Cajueiro” kann man zum Beispiel einen Hauch Samba spüren, der sich über diesen Akkordeon-lastigen Swing legt.

Dieser Song “Paris” den Sie eben gehört haben ist allerdings ein Ausreiser, denn “Cajueiro” ist über weite Strecken ein sehr verträumtes Album. Doch es ist eine frische, aufgeweckte Verträumtheit, die mehr nach Neugierde und Frühling schmeckt und nicht nach Melancholie im September. Dass es dabei auch die eine oder andere kuschelige Bossa zu hören gibt versteht sich von selbst. Sehr geschmacksssicher wird zart, aber nie dick aufgetragen. Nicht nur das läßt mich Ihnen dieses sympathische Album empfehlen, welches stellenweise schon auch mal nach Cesaria Evora klingen kann.

www.marciofaraco.com

 

Aquabella: Ayadooeh!  

Jaro

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Aquabella haben sich über die Jahre als ein fixer Bestandteil der deutschen Weltmusikszene etabliert. Die vier Berlinerinnen stehen für ein fast 100%iges a capella Programm, das hie und da durch ein Percussion-Instrument unterstützt wird. Auf ihrem neuen Album “Ayadooeh! – Hits der Weltmusik a capella” gehts beschwingt um die ganze Welt. Die Bezeichnung “Hits” sollte man allerdings nicht ganz wörtlich nehmen, denn die meisten Songs darf man als wenig bekannt voraussetzen. Aber daran soll sich nun  wirklich niemand stören, weil der Begriff “Hit” ja alles andere als ein Qualitätskriterium darstellt. Auf “Ayadooeh!” finden sich viele Folksongs, wie etwa “Tonkaja rjabina” aus Russland, das traurige Lied von einer Esche und einer Eiche, die auf ewig von einem breiten Fluss getrennt sind. Im japanischen “Sakura” werden Kirschblüten & Frühling besungen und in “Ergen deda” aus Bulgarien macht sich ein junger Mann auf den Weg zum Tanzvergnügen auf. Die tatsächlichen bekannten “Hits” sind “Pata Pata”, im Original von Miriam Makeba, “Mas que nada” komponiert von Jorg Ben und weltweit bekannt gemacht durch Sérgio Mendes oder “Ederlezi”. Die Interpretation von Letzerem dann aber doch nicht gelungen; es singt sich schwer an gegen Kaliber wie Mitsou, Esma Redzepova und vor allem Vaska Jankovska aus Mazedonien mit ihrer herzzerreißenden Version aus dem Film “Time of the Gypsies”. Unser Favorit diese Aquabella-Albums aber ist die aufgeweckte finnische Polka “Ievan Polka”. Abseits der Weltmusik-Szene wurde dieses Lied übrigens in Japan vor einigen Jahren ein beliebter TechnoPop-Hit für das Manga-Format “Lily & Luka”. Die “Ievan Polka” ist der vierte Song im Video unten, das einen kleinen Einblick in das neue Aquabella-Album erlaubt (aber nicht alle Songs des Videos fanden Eingang auf die neue CD).


www.aquabella.net
 

Autor: Thomas Divis, Oktober 2014

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*                         no!

**                       lauwarm

***                     Yin/Yang

****                   ziemlich gut

*****                 wir empfehlen aus- & nachdrücklich

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