Liguriani: Stundai

Felmay/Galileo MC
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Alles riecht nach Geschichte, auf dem neuen Album der Band Liguriani aus Genua. Das beginnt schon beim Cover, einem alten Holzstich der ligurischen Hauptstadt aus der Schedelschen Weltchronik, entstanden um 1490.

Die “Liguriani” geben italienischen Folk aus ihrer engeren Heimat. Der ist zwar nicht ganz so alt wie die Coverart, aber einige Jahrhundert können Teile ihres Songmaterials durchaus vorweisen. Lieder, die sie in Archiven aufgestöbert haben und die mitunter seit Äonen nicht mehr aufgeführt wurden, werden u. a. auf “Stundai” den interessierten HörerInnen vorgestellt. Die verwendeten akkustischen Instrumente wie Mandoline, Dudelsack, Gitarre, Akkordeon, Flöte und Percussion haben, gemessen an heutiger populärer Musik, an sich schon entschleunigende Wirkung und laden ein zu einer imaginierten Zeitreise. “La Bella Noeva”, die “Gute Neuigkeit” ist so ein Stück. Wahrscheinlich stammt es aus dem 17. Jahrhundert und der Text wurde wohl 200 Jahr später hinzu addiert. Er handelt bemerkenswerter weise von einem Heiratsantrag – angetragen vom Mädchen an ihren hübschen dunkelhaarigen Burschen, dem der Ehering von ihr angeboten wird.

 

Was Sie hier eben in einer älteren Aufnahme von den “Liguriani” live gesehen und gehört haben gibts also als Studioversion auf ihrem neuen Album “Stundai”. Balladen wie “La Bella Noeva” reihen sich an ausgelassenen traditionelle Tänze, Menuette oder Walzer. Markant dabei die Blasinstrumente, die typisch rurales Flair aus Italien verbreiten. Dieses feine Album wird auch all denjenigen zusagen, die mittelalterliche Musik gerne hören.

 

Hörbeispiele zu allen Songs von “Stundai“ von den “Liguriani” finden Sie hier.

www.liguriani.it

www.facebook.com/liguriani

Autor: Thomas Divis, März 2015

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