Wien: 2000 demonstrieren für “System Change, not Climate Change!”

Einen Tag vor Beginn des UN-Klimagipfels COP 21 in Paris gehen heute in Wien 2000 Menschen auf die Straße, um sich für grundlegende sozial-ökologische Veränderungen einzusetzen. Vor dem Parlament bildeten hunderte Personen den Schriftzug "System Change!". Organisiert wurde der Climate March von vielen engagierten Einzelpersonen und Organisationen

Tags zuvor hatten schon in Graz, Linz und Innsbruck Demonstrationen mit dem Motto "System Change, not Climate Change!" stattgefunden, weltweit gingen am Wochenende Hunderttausende auf die Straße.

“Wenn die Klimakrise endlich ernsthaft verhindert werden soll, ist ein "Weiter wie bisher" nicht möglich. Wir müssen die Art und Weise wie wir wirtschaften und leben grundsätzlich ändern. Dafür setzen wir uns ein”, so Magdalena Heuwieser von Finance and Trade Watch.

12 Schritte für Klimagerechtigkeit

Mit kreativen Aktionen, Infoständen und Redebeiträgen machten verschiedene Initiativen darauf aufmerksam, dass die Klimakrise nur mit Lösungen, die an den Ursachen ansetzen, in den Griff zu bekommen ist. Dazu gehören der Umstieg auf 100% erneuerbare Energie, Energiedemokratie, agrarökologische Landwirtschaft und Ernährungssouveränität, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und die Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe statt Freihandelsabkommen wie TTIP oder CETA [2].

Echte Lösungen stehen in Paris nicht auf der Agenda

„Mit dieser Aktion zeigen wir, dass es bereits Lösungsansätze für eine menschenwürdige,  zukunftsfähige Gesellschaft gibt", meinte Susanne Fuchs, Aktivistin des "Climate March“. "Auch wenn ein verbindliches Abkommen dringend notwendig wäre - die Chance darauf ist gering. Denn Wirtschafts- und Finanzmarktinteressen dominieren die Verhandlungen und viele aktuelle Lösungsvorschläge sind höchst problematisch." 

Deshalb betont Juliana Okropiridse, Aktivistin von "System Change, not Climate Change!": “Wir feiern heute den Start des gerechten und nachhaltigen Wandels, für den wir uns einsetzen. Was immer auf dem Klimagipfel passiert, wir machen weiter. Nach Paris geht es erst richtig los!”

Solidarität mit Opfern von Terror und Gewalt sowie mit Menschen auf der Flucht

Aufgrund des Ausnahmezustandes in Paris wurden die dort geplanten Großdemonstrationen verboten. "Wir teilen die Sorge um die Sicherheit aller Beteiligten. Gleichzeitig kann nicht akzeptiert werden, dass grundlegende demokratische Rechte so massiv eingeschränkt werden", erklärt Carla Weinzierl von Attac. „Die Klimakrise hängt eng mit globalen Konfliktherden und Militarismus zusammen. Viele Kriege werden durch ungerechte Ressourcenausbeutung, rassistische Strukturen und ökologische Krisen geschürt. Darum sagen wir: Eine gute Klimapolitik ist Friedenspolitik." Mittels einer Schweigeminute solidarisierte sich die Demonstration mit allen Opfern und Angehörigen von Terror und Gewalt, ebenso wie mit Menschen auf der Flucht und den Betroffenen des Klimawandels. 

Weitere Informationen:
Eine Liste der unterstützenden Organisationen der Aktion finden sich hier: http://systemchange-not-climatechange.at/wien
Das Positionspapier “System Change, not Climate Change! 12 Schritte gegen Klimawandel und für Klimagerechtigkeit" wird von über 100 österreichischen Organisationen und Initiativen unterstützt: http://systemchange-not-climatechange.at/positionspapier/

Video: http://www.ots-video.at/v/2000-demonstrieren-fuer-system-change-not-climate-change/

Quelle: Presseaussendung im Rahmen der Global Climate Marches, 30. November 2015

Nähere Informationen hier: 
http://systemchange-not-climatechange.at/
http://globalclimatemarch.org/de/

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