Greenpeace kritisiert Verlängerung der Glyphosat-Zulassung durch EU-Kommission

Bundesminister Rupprechter muss nun Schritte für Verbot in Österreich setzen

Brüssel/Wien – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigt sich enttäuscht von der gestern Abend verkündeten Entscheidung der Europäischen Kommission bezüglich Glyphosat. Diese wird die Zulassung des umstrittenen Totalherbizids trotz fehlender Zustimmung einer qualifizierten Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten um weitere 18 Monate ohne echte Einschränkungen verlängern. Jetzt liegt es an Landwirtschafts- und Umweltminister Andrä Rupprechter, Verantwortung für die Gesundheit der Menschen in Österreich zu übernehmen. Greenpeace fordert für Österreich ein sofortiges Verbot aller Anwendungen, wo Menschen mit dem Wirkstoff direkt in Kontakt kommen können. Darunter fällt etwa der Gebrauch im eigenen Garten oder in öffentlichen Parkanlagen. Darüber hinaus fordert die Umweltschutzorganisation einen generellen Ausstiegsplan für Glyphosat in Österreich bis Ende 2017. 

„Es ist ein großer Erfolg, dass die ursprünglich geplante Neuzulassung um 15 Jahre verhindert werden konnte. Die EU-Kommission setzt sich jetzt aber über die fehlende Zustimmung der beteiligten Länder hinweg. Die Verlängerung der bestehenden Zulassung um bis zu 18 Monate bedeutet, dass sich vorerst nichts ändert“, sagt Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftssprecher bei Greenpeace in Österreich. „Trotz der Bedenken für die menschliche Gesundheit und für die Umwelt wird der Wirkstoff nun in ganz Europa weiterhin in großen Mengen eingesetzt werden. Das ist mit dem Vorsorgeprinzip unvereinbar.“ Dabei braucht Österreich den beim Menschen wahrscheinlich krebserregenden Wirkstoff gar nicht. Ungiftige Alternativen stehen bereit - von der mechanischen Unkrautbekämpfung bis zu modernen Heißdampfverfahren.

In Bezug auf die Handelsabkommen CETA und TTIP hatte Bundesminister Andrä Rupprechter betont, man würde das Vorsorgeprinzip sicherlich nicht opfern. „Jetzt ist es an der Zeit, dass Minister Rupprechter selbst beweist, dass er das Vorsorgeprinzip ernst nimmt. Es braucht ein sofortiges Verbot der Anwendung des Totalherbizids überall dort, wo Menschen direkt damit in Kontakt kommen können. Außerdem ist es dringend notwendig, dass Minister Rupprechter für Österreich einen Glyphosat-Ausstiegsplan bis Ende 2017 veranlasst“, fordert Theissing-Matei abschließend.

Quelle: Presseaussendung, greenpeace, 29. Juni 2016

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