Hirse, Hopfen, Wurzelbier – Vom Brauen und Brennen in Afrika

Petra Navara, Mandelbaum Verlag, 2014, 207 Seiten. Rezension von Antonia Indrak

Als „Kaum-Biertrinkerin“ (und somit auch „Kaum-Biertrinkerin“) war ich neugierig auf dieses Buch. Haben mich doch bereits der Titel und der Klappentext sehr angesprochen: Bier in Afrika? Damit hatte ich mich bis dato noch gar nicht beschäftigt.

Petra Navara begibt sich in diesem Buch auf die Spur des Bieres in Afrika. Der interessierte Leser/Die interessierte Leserin erfährt hier Wissenswertes über die Braukunst als völkerverbindendes Element und dessen unterschiedlichste Zutaten. Verschiedenste Getreidesorten werden zum Brauen ebenso verwendet, wie Mais, Bananen oder Honig. Über den Unterschied zwischen Umusururu und Umuramba in Uganda erfährt man ebenso etwas wie über das Leberwurst-Zuckerbier (Muratina) der Kikuyo oder den Bananenschnaps Enguli in Uganda. Geordnet nach der „Hauptzutat“ (inklusive einer kleinen Warenkunde), stellt die Autorin die unterschiedlichen Biere in Zusammenhang mit den jeweiligen Volksgruppen und beschreibt die Mythen und Riten, die sich rund um dieses Getränk bzw die Getränke ranken – denn eine Unterscheidung zwischen Bier, Wein und Schnaps ist hier nicht so einfach möglich. Aber nicht nur Traditionen haben in diesem Buch Platz. Auch die heutige Situation des hohen Alkoholkonsums, „gepanschtes“ Bier (mit entsprechenden gesundheitlichen Folgen) und Gangs die die Produktion und den Vertrieb kontrollieren, wie es beispielsweise in Kenia der Fall ist, werden thematisiert.

Abseits des schäumenden Getränks geben spannende Geschichten rund um die Forschungstätigkeit vor Ort interessante Einblicke in die Kultur und den Alltag.

Für diesen garantiert katerfreien Genuss vergebe ich fünf von fünf Bierkrügen.

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