Blaue Pillen

von Frederik Peeters, ein Comicbuch über Menschen die sich öfter begegnen, bevor sie sich verlieben. Rezension von Julia Siart

Das Comic-Buch erzählt davon, dass sich Menschen manchmal öfters begegnen bevor sie sich verlieben und von ihrem Alltag, der zwar von HIV geprägt, aber nicht davon getrübt ist.  

Der teils autobiographische Graphic Novel des Schweizers Frederik Peeters aus dem Jahr 2001 ist 2006 in der deutschen Übersetzung von Kai Wilksen im Verlag Reprodukt erschienen und ist auch für Neulinge am Gebiet der Graphic Novels eine angenehme Verkreuzung von illustriertem Lesevergügen und ernster Botschaft.

Der Protagonist des Comics, Frederik, lernt Cali auf einer Party kennen und ist sofort hin und weg von ihrem lebensfrohen Wesen. Es vergehen Jahre, in denen sich ihre Wege sporadisch kreuzen und er Calis Liebesleben und Mutterschaft nur am Rande miterlebt. Sechs Jahre nach ihrer ersten Begegnung treffen sie zu Silvester wieder aufeinander und das neue Jahr bringt auch die von Frederik lang ersehnte Liebesbeziehung mit sich.

Von Anfang an ist Cali offen was ihre HIV-Infektion betrifft und Frederik, als scheinbar gut informierter Erwachsener des 21. Jahrhunderts, stellt sich dieser Herausforderung, um mit der Liebe seines Lebens zusammen zu sein.

Der Comic erzählt von Missverständnissen, Hürden aber auch von zärtlichen Momenten erfüllten Alltag von Frederik, Cali und Calis Sohn erzählt. Er gibt uns Einblicke in Frederiks emotionale Welt und in die Fragen, die er sich stellt, die Verantwortung, die er für andere und sich selbst übernimmt und in die Schwierigkeiten, die HIV auch heute noch gesellschaftlich mit sich bringen. Oftmals wirkt diese Gefühlswelt etwas absurd, aber anhand treffender Zeichnungen erzählt der Comic gerade damit auf sensible und realitätsnahe Weise den Alltag mit HIV und den zur Behandlung notwendigen blauen Pillen.

Autorin der Rezension: Julia Siart, 2016

Share this:

Hinzufügen Del.icio.us Hinzufügen Facebook