Jugend Eine Welt fordert Kommunikations- und Bildungsoffensive zu Nachhaltigen Entwicklungszielen

Eigene Koordinierungsstelle sowie Regierungs-Beauftragte/r wären hilfreich für die Umsetzung

Österreich muss endlich einen Umsetzungsplan für die im Herbst 2015 auf UN-Ebene beschlossenen Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) vorlegen, die auch im Inland gelten. Jugend Eine Welt unterstützt die diesbezüglichen Forderungen, die eine Allianz von 144 Nichtregierungsorganisationen  heute in einem offenen Brief an die Bundesregierung richtet. Insbesondere fordert die Hilfsorganisation, die weltweit Bildungsprojekte für benachteiligte Kinder fördert, eine bessere Information der breiten Öffentlichkeit über die neuen Weltziele sowie eine Bildungsoffensive.

„Die jungen Menschen von heute werden die Haupt-Leidtragenden sein, wenn es uns nicht gelingt, die neuen Entwicklungsziele umzusetzen und existenzielle Armut, Ungleichheit und Umweltzerstörung zu beenden. Es ist von größter Wichtigkeit, dass sie hinter den Zielen stehen und sich für diese einsetzen. Doch dazu müssen sie zuerst einmal darüber Bescheid wissen!“, so Jugend Eine Welt Geschäftsführer Reinhard Heiserer. „Wir fordern daher, dass die SDGs schnellstmöglich Teil der österreichischen Lehrpläne werden und in die Lehrerausbildung sowie sämtliche relevanten Schulmaterialien aufgenommen werden - nicht erst im Jahre Schnee, sondern spätestens im Herbst 2017.

Damit schließt sich Jugend Eine Welt einer wichtigen Forderung der UN-Generalversammlung an, die im November 2016 eine Strategie für die Umsetzung der SDGs herausgab, bei der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit einer von drei Hauptpunkten sind. Peter Thomson, Präsident der UN-Generalversammlung, forderte Bundeskanzler Christian Kern in einem Schreiben auf, „nationale Anstrengungen zu unternehmen, um junge Menschen im Hinblick auf die ungeheure Bedeutung der Nachhaltigen Entwicklungsziele zu unterrichten. Wenn jeder Lehrplan in der Welt die SDGs enthält, wenn jede Schule sie unterrichtet und jeder junge Mensch auf dem Planeten sich ihrer bewusst ist – im Sinne eines Rechtes, aber auch der eigenen Verantwortung – dann hat die Welt eine gute Chance auf Verwirklichung der SDGs bis zum Jahr 2030.“

Weltziele aus dem Elfenbeinturm holen
In der neuen UN-Umsetzungsstrategie wird den Staaten auch empfohlen, jugendliche „SDG-BotschafterInnen“ zu ernennen und die breite Öffentlichkeit bestmöglich über die neuen Weltziele zu informieren, wobei Online-Medien eine besonders wichtige Rolle zukäme.  Auch diesbezüglich ist Österreich gefordert. Immerhin hat das Bundeskanzleramt, das die Umsetzung der SDGs koordiniert, bereits eine eigene Informationsseite unter www.sdg.gv.at eingerichtet, auf der die 17 Nachhaltigen Entwicklungsziele im Detail nachgelesen werden können. Doch eine Kommunikationsstrategie, die alle Menschen in Österreich erreicht, sieht anders aus. Sie bzw. entsprechende Aktionspläne auf Bundesländerebene sollten Teil eines umfassenden SDG-Umsetzungsplans sein, den Jugend Eine Welt mit anderen NGOs dringend einfordern. „Sehr hilfreich wäre diesbezüglich die Ernennung eines oder einer hochrangigen SDG-Beauftragten der Bundesregierung, der oder die das Thema der neuen Weltziele gegenüber Öffentlichkeit und Medien bzw. im politischen Diskurs regelmäßig vertritt,“ empfiehlt Reinhard Heiserer. „Damit könnte man den neuen Weltzielen in Österreich ein Gesicht und eine unüberhörbare Stimme geben.
 

 Zum Weiterlesen:

Offener Brief von 144 österreichischen NGOs an die Bundesregierung:

Quelle: Presseaussendung, Jugend eine Welt, Jänner 2017

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