Südwind-Magazin: Kurz streicht Weitblick

Südwind-Magazin macht trotzdem weiter und übergibt Petition mit 6.000 Unterschriften vor dem Außenamt.

© Daniel Auer

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Wien, 7. Februar 2017 – Die nach 37 Jahren ausgesetzte Förderung des österreichischen Leitmediums für Entwicklungspolitik, Südwind-Magazin, durch die dem Außenministerium unterstellte Austrian Development Agency (ADA) löste Ende letzten Jahres Empörung aus. Heute platzierte das Südwind-Redaktions-Team eine drei Meter große Weltkugel mit den durchgestrichenen Kontinenten, Afrika, Asien und Lateinamerika vor dem Außenministerium und brachte die 6.000 Unterstützungserklärungen der im Dezember gestarteten Petition „Herr Minister Kurz, retten Sie das Südwind-Magazin“ zum Außenministerium. Eine Hilfestellung von Kurz für den Erhalt des Magazins für Internationale Politik, Kultur und Entwicklung blieb bis dato aus.

Das Südwind-Magazin bietet seit 1979 qualitätsvolle internationale Berichterstattung mit Schwerpunkt Afrika, Asien und Lateinamerika. „Ein Aus des Magazins würde große Lücken in der medialen Berichterstattung über Länder des Globalen Südens zurücklassen“, erklärt Richard Solder, Chefredakteur des Südwind-Magazins. Kaum ein österreichisches Medium hat die Möglichkeit fundierte, über Europa, die USA und den Nahen Osten hinausgehende Berichte zu veröffentlichen. Krisen, Kriege und Katastrophen dominieren die internationale Berichterstattung in den österreichischen Medien. „Damit wird den Österreicherinnen und Österreichern ein sehr einfältiges Bild über die vielfältigen Entwicklungen weltweit vermittelt“, kritisiert Solder.

 

600 neue AbonnentInnen
Als Symbol für die Lücken in der medialen Berichterstattung, die das drohende Aus des Südwind-Magazins hinterlassen würde, platzierte das Südwind-Redaktions-Team eine drei Meter große Weltkugel vor dem Außenministerium. Der Großteil der darauf verzeichneten Kontinente Afrika, Asien und Lateinamerika war durchgestrichen. VertreterInnen des Außenministeriums lehnten heute eine Entgegennahme der 6.000 Unterstützungserklärungen der Petition „Herr Minister Kurz, retten Sie das Südwind-Magazin“ ab.

„In Zeiten von ‚Alternative Facts‘, von bewussten Falschmeldungen und Angriffen auf kritische Medien, wird Qualitätsjournalismus immer wichtiger“, ist Solder überzeugt. In den USA verzeichnen Qualitätsmedien seit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten deutlich steigende Abo-Zahlen. Auch im Fall vom Südwind-Magazin zeigt sich breite Unterstützung für unabhängige, gehaltvolle Berichterstattung. 600 neue AbonnentInnen konnte das Südwind-Magazin in den letzten Wochen gewinnen. Die nächsten fünf Ausgaben seien damit laut Redaktion gesichert.„Wenn wir es schaffen noch 1.000 zusätzliche Abonnentinnen und Abonnenten zu gewinnen, können wir auch in den nächsten Jahren aus der und über die Welt berichten. Ich bin überzeugt, wir werden das schaffen!“, zeigt sich Solder kämpferisch.

Quelle: Presseaussendung, Südwind, 7. Februar

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