FarmErasmus-Projekt von Greenpeace: Wissen teilen, Öko-Landwirtschaft fördern

Europäische Bäuerinnen und Bauern wollen Unterstützung für nachhaltigere Produktion

© Ivan Donchev - Greenpeace

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Wien/Europa – Gemeinsam mit 16 Bäuerinnen und Bauern hat Greenpeace das europäische Projekt „FarmErasmus“ gestartet. Es dient dem Wissensaustausch über innovative nachhaltige Produktion und ermöglicht Bäuerinnen und Bauern, ökologisch produzierende Betriebe zu besuchen. Damit will die Umweltschutzorganisation eine Wende in der Agrarpolitik unterstützen, hin zu einer Landwirtschaft, die auf umweltfreundliche Weise gesunde Lebensmittel produziert. 

„Die Agro-Chemiekonzerne behauptet oft, Greenpeace sei ein Gegner von Bäuerinnen und Bauern. Das ist falsch, wie das FarmErasmus-Projekt wieder einmal zeigt: Immer mehr Bäuerinnen und Bauern wollen sich vom chemie-intensiven, industrialisierten System abwenden und gemeinsam mit Greenpeace an einer Wende zu einer ökologischen Landwirtschaft arbeiten“, sagt Dagmar Urban, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace in Österreich. Der große Andrang an Bewerbungen im Vorfeld des Projekts zeige die Notwendigkeit für mehr Wissenstransfer über ökologische Landwirtschaft. Die Schwerpunkte der teilnehmenden landwirtschaftlichen Betriebe sind unterschiedlich: von Selbstversorgung bei Futtermitteln über alternative Wirtschaftsmodelle wie Gemeinschaftshöfe und „community supported agriculture“ bis hin zu erprobten Alternativen zu bienengefährlichen Neonikotinoiden. Die bäuerlichen Gastbetriebe befinden sich in Belgien, Bulgarien und Frankreich und produzieren verschiedenste Produkte, etwa Äpfel, Getreide, Gemüse oder Milch. Viele der Betriebe sind divers ausgerichtet und stellen mehrere unterschiedliche Produkte her. Die Bäuerinnen und Bauern, die diese Betriebe besuchen, kommen aus Belgien, Bulgarien, Griechenland, Frankreich, Italien und der Slowakei. 

„Die Heldinnen und Helden unserer Lebensmittelproduktion sind biologisch produzierende Bäuerinnen und Bauern. Sie stellen Nahrungsmittel im Einklang mit der Natur und mit Hilfe innovativer Methoden her“, betont Dagmar Urban. „Dabei schützen sie Böden, Wasser und Klima.“ FarmEramus ist eine Initiative von LandwirtInnen für LandwirtInnen. Österreich war in der ersten Runde von FarmErasmus nicht beteiligt, aufgrund des großen Interesses wird aber eine zweite europaweite Austauschphase auch mit österreichischer Beteiligung überlegt. Alle Biobäuerinnen und Biobauern sind ein Teil der Agrarwende, die weg vom scheiternden industriellen Landwirtschaftssystem führt. Greenpeace unterstützt sie schon länger dabei, ihre Erfahrungen zu teilen. In den beiden vergangenen Jahren hat die Umweltschutzorganisation in vielen Teilen Europas Workshops und Seminare organisiert, mit über 400 TeilnehmerInnen. Konventionell und biologisch produzierende Bäuerinnen und Bauern konnten so ihr Wissen austauschen. Auf der Webseite www.farmers2farmers.org wurden Best-Practice-Beispiele von Bäuerinnen und Bauern gesammelt und in viele Sprachen übersetzt. 

“Derzeit fließt global nur ein Bruchteil der Mittel für agrarwissenschaftliche Forschung und Entwicklung Richtung ökologische Landwirtschaft, fast der gesamte Rest unterstützt und fördert industrialisierte Methoden“, bedauert Urban. „Die europäische Politik muss hier gegensteuern. Ökologische und biologische Landwirtschaft muss sowohl in der Forschung als auch in der Praxis massiv unterstützt werden.“ Nur so wären langfristig sowohl die Umwelt als auch bäuerliche Existenzen geschützt. „Die nächste Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU muss Förderungen so verteilen, dass nicht die größten Betriebe die höchsten Beträge einstreifen, sondern jene zukunftweisenden Betriebe, die umweltfreundlich gesunde Lebensmittel für uns alle produzieren“, fordert Urban abschließend. 

Mehr Informationen zu FarmErasmus finden Sie hier: https://farmers2farmers.org/  

Quelle: Presseaussendung, Greenpeace, 22. Februar 2017

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