Vom Südsudan bis Nigeria: 20 Millionen Menschen hungern

Uneingeschränkter Zugang von humanitärer Hilfe zu allen betroffenen Regionen entscheidet über Leben oder Tod

© CARE

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Nach dem drei Jahre andauernden brutalen Konflikt im Südsudan wurde vor einer Woche die Hungersnot – die letzte Stufe auf einer fünfteiligen Skala, die den Grad an Mangelernährung einstuft – ausgerufen. Tausende Menschen sind vom Hungertod betroffen. Sollten die dringend benötigte Hilfe nicht rasch anlaufen, besteht die Gefahr, dass sich diese humanitäre Katastrophe auch auf andere Regionen des Südsudan ausweitet, warnt die Hilfsorganisation CARE. Insgesamt leiden fast fünf Millionen Menschen im Land an extremen Formen des Hungers.

„Die letzten drei Jahre des Konfliktes haben die Menschen an den Rand des Überlebens gedrängt. Blätter und Wurzeln sind oft das einzige Nahrungsmittel für viele Familien,“ beschreibt Fred McCray, CARE-Länderdirektor im Südsudan, die Lage. „Der uneingeschränkte Zugang von humanitärer Hilfe zu allen betroffenen Regionen ist jetzt entscheidend. CARE ruft deshalb alle Konfliktparteien auf, zivile Ziele zu schützen und den Hilfsorganisationen sicheren Zugang zu ermöglichen.“

„Bis eine Hungersnot ausgerufen wird, sind bereits tausende Menschen zu Tode gekommen oder liegen im Sterben“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Lange hat die Internationale Gemeinschaft untätig zugesehen, wie sich die fatale Gewaltspirale im Südsudan immer weiter drehte. Heute liegen unzählige Menschen, die meisten von ihnen Kinder, im Sterben. Sollte die Internationale Gemeinschaft nicht ihrer humanitären Verantwortung nachkommen, droht sich diese Krise über den gesamten Südsudan sowie über andere gefährdete Regionen auszubreiten.“

20 Millionen Menschen am Rande einer Hungerkatastrophe
Auch in anderen Regionen dieser Erde herrschen Nahrungsmittelkrisen. Nach Angaben der UN stehen insgesamt 20 Millionen Menschen im Jemen, im Nordosten Nigerias, dem Südsudan sowie in Somalia am Rande einer Hungerkatastrophe. Im seit fast zwei Jahren vom Bürgerkrieg erschütterten Jemen leiden neun Millionen Menschen an extremen Formen des Hungers. In Nigeria und im Tschadbecken hinterließen gewaltsame Auseinandersetzungen sieben Millionen Menschen ohne ausreichenden Zugang zu Nahrungsmitteln. 400.000 Menschen im Nordosten Nigerias sind von einer drohenden Hungernot betroffen, so das Famine Early Warning System. „Gewaltsame Konflikte stellen den gemeinsamen Nenner in all diesen Regionen dar. Jene Regionen, in denen Hungersnöte ausgerufen wurden, konnten auf Grund der unsicheren Lage nicht mit den nötigen Hilfslieferungen unterstützt werden“, so Barschdorf-Hager.

Quelle: Aussendung CARE, 27. Februar 2017

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