CARE: „Legale Fluchtoptionen sind wie ein Lotteriespiel“

Schließung der Balkanroute jährt sich zum ersten Mal / Gesetze zur Bekämpfung der Schmugglernetzwerke in Europa müssen verschärft werden


Wien/Belgrad, 6. März 2017. Die Hilfsorganisation CARE fordert die EU dazu auf, legale und sichere Wege zur Beantragung von Asyl entlang der Balkanroute zu schaffen und Bleibeperspektiven zu verbessern. Seit der Schließung der Balkanroute im März 2016 hängen tausende Menschen buchstäblich in der Warteschleife, leben in überfüllten Flüchtlingscamps oder informellen Siedlungen.

„Insgesamt harren alleine in Serbien 7.700 Menschen aus. Ungarn lässt am Tag nur etwa fünf Menschen ins Land. Für die Menschen ist die legale Überquerung der Grenzen wie ein Lotteriespiel. Das spielt den Schmugglern in die Hände“, erklärt Sumka Bucan, CARE-Regionaldirektorin für den Balkan. CARE ruft die EU dazu auf, sich auch jenseits ihrer Grenzen stärker für Schutz, Unterstützung und Lösungen für Menschen in Not einzusetzen. Dazu gehört auch eine Gesetzesverschärfung zur Bekämpfung der Schmugglernetzwerke in Europa.

Viele Flüchtlinge werden in entlegenen Camps untergebracht, ihre Kinder können nicht zur Schule gehen: „Die Menschen im Ungewissen zu lassen ist keine humane Lösung. Sie brauchen entweder die Möglichkeit, in dem Land zu bleiben, das sie aufgenommen hat, oder sie müssen von dem Recht auf Umsiedlung oder Familienzusammenführung Gebrauch machen können“, ergänzt Bucan.

Die neuesten EU-Richtlinien bieten keine Verbesserung bezüglich legaler und sicherer Fluchtrouten in die EU. Viele warten verzweifelt auf die Zusammenführung mit Familienmitgliedern in einem der EU-Mitgliedsstaaten. „Informationen und psychosoziale Unterstützung für diejenigen, die keinen Anspruch auf Familienzusammenführung, Umsiedlung oder andere legale Optionen haben, fehlen. Die Menschen sind vor Krieg, Gewalt und Verfolgung geflohen. Es kann nicht sein, dass sie hier an den Grenzen der EU im Stich gelassen werden“, so Bucan.

CARE unterstützt neu ankommende Flüchtlinge in Serbien und Kroatien mit einem Netzwerk von Partnerorganisationen und freiwilligen HelferInnen rund um die Uhr. CARE verteilt Winterpakete mit warmer Kleidung, stellt Stockbetten und Matratzen zur Verfügung und hat bisher 130.000 CARE-Pakete mit Nahrung verteilt.

Quelle: Presseaussendung, Care, 6. März 2017

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