Greenpeace: Monsanto-Skandal muss Aus für Glyphosat bringen


Konzern-Emails lassen auch an europäischen Bewertungen Zweifel aufkommen

copyright: Greenpeace | Ex-Press | Miriam Künzli

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Straßburg/Wien – Anlässlich der heutigen Debatte im Europäischen Parlament erneuert die Umweltschutzorganisation Greenpeace ihre Forderung nach einem Ende der Zulassung für Glyphosat. In der Sitzung in Straßburg ist der Skandal rund um die „Monsanto Papers“ Thema. Diese legen nahe, dass der Konzern Einfluss auf die Bewertung des Unkrautvernichters ausgeübt hat. Auch auf die Glyphosat-Bewertungen in Europa könnte sich dies ausgewirkt haben. Jetzt muss endlich Landwirtschafts- und Umweltminister Andrä Rupprechter gegen Glyphosat aktiv werden. 

„Es ist skandalös, dass der Konzern, der mit Glyphosat Profit macht, anscheinend die Bewertung des Wirkstoffes beeinflusst hat“, sagt Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftssprecher bei Greenpeace in Österreich. „Den Einsatz des Unkrautvernichters unter diesen Umständen für weitere zehn Jahre zu erlauben, wäre verantwortungslos.“ Bei den „Monsanto Papers“ handelt es sich um tausende E-Mails, die im Rahmen eines Gerichtsprozesses in den USA öffentlich gemacht wurden und seither aufgrund des brisanten Inhaltes große Wellen schlagen. Angestellte von Monsanto scheinen an Studien mitgeschrieben zu haben, die dann unter dem Namen von angeblich unabhängigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern publiziert wurden. In den USA beschäftigen die „Monsanto Papers“ inzwischen die Politik. Eine unabhängige Untersuchung wurde letzte Woche angekündigt. „Diese Entwicklungen dürfen von europäischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern nicht ignoriert werden“, so Theissing-Matei. „Es braucht auch eine genaue Untersuchung der öffentlich gewordenen E-Mails im Hinblick auf Glyphosat-Bewertungen in Europa.“ 

Die Europäische Kommission hatte erst vor wenigen Wochen angekündigt, sich für eine Neuzulassung von Glyphosat für weitere zehn Jahre stark zu machen. Darüber müssen die Mitgliedsstaaten jedoch noch abstimmen. Inzwischen haben bereits über 800.000 Menschen das europäische Volksbegehren gegen Glyphosat unterzeichnet. Laut einer Greenpeace-Untersuchung, die vorige Woche veröffentlich wurde, verzichten in Österreich schon über 300 Gemeinden von sich aus auf den Wirkstoff. „Die Menschen in der Europäischen Union und in Österreich wollen kein Glyphosat mehr. Landwirtschafts- und Umweltminister Rupprechter muss jetzt endlich für ein Glyphosat-Verbot eintreten“, so Theissing-Matei abschließend. 

Die Greenpeace-Analyse zum Glyphosat-Einsatz von Gemeinden finden Sie hier: http://bit.ly/2ru1ac1
Alle Gemeinde-Ergebnisse können Sie abfragen unter: https://glyphosat.greenpeace.at

Quelle: Presseaussendung, Greenpeace, Juni 2017

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