Bundesrat verpflichtet Regierung zu Nein gegen globalen Konzerngerichtshof

UN-Verhandlungen über ein multilaterales Investitionsschiedssystem werden fortgesetzt. Gleichzeitig will die EU-Kommission einen globalen Gerichtshof für Konzernklagen vorantreiben und strebt dafür ein entsprechendes Mandat auf EU-Ebene an.

© Bündnis TTIP Stoppen

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In Österreich haben hingegen nicht nur die Länder, sondern auch der Bundesrat in einem Beschluss vom 21.11.2017 die österreichische Bundesregierung dazu verpflichtet, künftig keine Abkommen mehr zu unterstützen, die Sonderklagerechte für Konzerne umfassen.

EU gegen internationalen Trend bei Sonderklagerechten für Konzerne
Viele Staaten haben in den letzten Jahren erkannt, wie die Sonderklagerechte für Konzerne ihren demokratischen Handlungsspielraum einengen. Unter anderem haben Indien, Südafrika und Indonesien entsprechende Abkommen bereits gekündigt. Auch die neue Regierung in Neuseeland hat angekündigt, dass sie zukünftige Handelsabkommen ohne die Sonderklagerechte verhandeln wird.

Trotz dieses Trends und der breiten Kritik will die EU die Sonderklagerechte nicht nur in weiteren Abkommen (etwa mit Japan, Mexiko oder China), sondern auch im geplanten globalen Gerichtshof für Konzerne einzementieren. „Die dabei geplanten Verbesserungen wie mehr Transparenz und Berufungsmöglichkeiten betreffen nur den Ablauf der Verfahren. Sie ändern nichts an der Grundproblematik einer eigens für Konzerne geschaffenen Paralleljustiz, mit dem Regulierungen im Allgemeininteresse angegriffen werden können, kritisiert das Bündnis TTIP STOPPEN.

TTIP STOPPEN fordert eine grundsätzliche Abkehr von diesem parallelen Rechts- und Justizsystem für Konzerne, welches die nationalen Rechtssysteme umgeht. Ein erster Schritt dazu wäre, dass die EU ihr Ziel eines globalen Gerichtshofs für Konzerne aufgibt und sich stattdessen für einen verbindlichen UN-Vertrag zur Durchsetzung von Menschenrechten einsetzt.

Quelle: Aussendung attac, 28. November 2017

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