Hilfsorganisationen fordern zum Jemenkonflikt: Hafen von Hudaydah uneingeschränkt öffne

17 im Jemen tätige Hilfsorganisationen – darunter CARE, Oxfam und Save the Children – fordern die komplette und bedingungslose Öffnung des Hafens von Hudaydah, damit die Menschen endlich wieder uneingeschränkten Zugang zu Nahrung und Treibstoff erhalten.

© Google Maps

© Google Maps

Im November 2017 hatte die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition alle jemenitischen Häfen im Roten Meer blockiert, was zu einem dramatischen Versorgungsnotstand führte. Am 20. Januar endet eine auf 30 Tage befristete Aussetzung der Blockade.

„Die Konflikt-Parteien müssen ihrer Verantwortung nachkommen, das Leid für die Zivilbevölkerung so gering wie möglich zu halten. Acht Millionen Menschen sind bereits von Hunger bedroht. Das Aussetzen der Blockade für 30 Tage reicht bei Weitem nicht aus, damit sich der jemenitische Lebensmittelmarkt erholen kann. Die Schäden, die im November und Dezember entstanden sind, sind viel zu groß“, so Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich.

Seit die von Saudi-Arabien angeführte Koalition die Häfen am 20. Dezember vorübergehend geöffnet hat, konnten humanitäre und kommerzielle Güter zwar entladen werden. Da Transport-, Verkaufs- und Importunternehmen aber keine Sicherheit darüber haben, was nach der Aussetzung der Blockade geschieht, wird die Inflation weiter angetrieben. Nahrungsmittel werden für viele Jemeniten weiterhin unbezahlbar sein. Zudem kommen über das Rote Meer derzeit nur 25 Prozent der sonst üblichen Treibstoffmengen im Jemen an. Preise für zentrale Güter sind kaum gesunken seit Beginn der Blockade, die Lebensmittelunsicherheit ist enorm.

Unumkehrbare Konsequenzen drohen
Schätzungen gehen mittlerweile von mehr als einer Million Cholera-Fälle im Jemen aus, hunderte Menschen leiden zudem an Diphterie. Wenn die Blockade weitergeführt und bei der Versorgung nicht konsequent gegengesteuert wird, drohen Land und Leuten unumkehrbare Konsequenzen.

Die Ankündigung neuer Kräne für Hudaydah ist derweil ein willkommenes Signal des guten Willens, ein Schritt zu einer Kapazitätserweiterung von Jemens wichtigstem Hafen. Um diesen Fortschritt voranzutreiben, rufen die Organisationen die Koalition dazu auf, den Hafen von Hudaydah bedingungslos und dauerhaft zu öffnen.

Quelle: Aussendung CARE, 17. Jänner 2018

Share this:

Hinzufügen Del.icio.us Hinzufügen Facebook