Apple: Zeit für Gesamtkonzernsteuer und faire Arbeitsbedingungen

Mit einer Protestaktion bei der Eröffnung des ersten Apple Stores in Österreich am vergangenen Samstag, 24. Februar 2018, machte Attac auf die skandalöse Steuerpolitik des Konzerns Apple aufmerksam. Die Menschenrechtsorganisation Südwind kritisierte die Ausbeutung von Menschen und forderte faire Arbeitsbedingungen

Südwind

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Apple zahlte 2014 EU-weit nur 0,005 Prozent an Steuern in Europa und in Summe mindestens 13 Milliarden Euro zu wenig. Möglich ist das durch die trickreiche Abwicklung der Geschäfte über Irland. Die EU-Kommission fordert Irland auf, das Geld von Apple zurückzufordern. Doch sowohl Apple als auch die irische Regierung sperren sich gegen diese Entscheidung. „Apple muss endlich in jedem Land seinen fairen Beitrag leisten und die Gewinne dort versteuern, wo sie erwirtschaftet werden“,  fordert David Walch von Attac Österreich.

Die Lösung gegen faule Apfel: Gesamtkonzernsteuer
Für Attac reicht es nicht einen faulen Apfel auszusortieren, denn Apple ist nur ein Steuertrickser von vielen. Das gesamte System internationaler Besteuerung ist faul und löchrig. Attac fordert eine Gesamtkonzernsteuer mit Mindeststeuersätzen in der EU. Dabei werden Konzerntöchter auf Basis des global erzielten Gewinns eines Konzerns besteuert. Dieser Gewinn wird je nach realer Wertschöpfung anteilig auf Länder aufgeteilt und dann entsprechend besteuert. Die Gewinnverschiebungen zwischen Konzerntöchtern hätten damit ein Ende. Diese langjährige Attac-Forderung wird mittlerweile von Ökonomen wie Joseph Stiglitz oder Thomas Piketty unterstützt.

Tatort Apple
Vor dem neu eröffneten Apple Store in der Wiener Kärntnerstraße 11 warteten am Samstagvormittag hunderte Apple-Fans. Darunter Südwind-AktivistInnen in weißen Arbeitsoveralls, die wiederholt zusammenbrachen und zu Boden sanken. „Wir zeigen die Schattenseiten der Elektronik-Industrie auf. Viele Arbeiterinnen und Arbeiter, die in Fabriken in China Smartphones, Tablets und Computer für Apple produzieren, sind erschöpft. Sie berichten von 12-Stunden-Schichten sechs Tage die Woche, der Arbeit mit gesundheitsschädlichen Chemikalien ohne ausreichende Schutzkleidung und einem Lohn, der kaum zum Überleben reicht“, sagt Konrad Rehling von der Menschenrechtsorganisation Südwind. „IT-Konzerne wie u. a. Apple profitieren von der Ausbeutung von Menschen. Wir fordern das Gegenteil. Die Menschen sollen von den Konzernen profitieren. Deswegen fordern wir von Apple, die Menschen an ihrem Profit teilhabenzulassen. Ein Mindestlohn von rund 300 Euro im Monat reicht auch in China nicht für ein menschenwürdiges Leben!“

Quelle: Aussendungen von Attac und Südwind, 24. Februar 2018

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