Südsudan: Jeder zweite Mensch hungert

Die humanitäre Situation im Südsudan verschlechtert sich zunehmend. 1 Million Menschen unmittelbar vom Hungertod bedroht

© Care

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5,3 Millionen Menschen im Südsudan – das sind 48 Prozent der Bevölkerung – benötigen dringend Nahrungsmittelhilfe, berichtet die Hilfsorganisation CARE. Rund eine Million Menschen stehen knapp vor dem Hungertod, wenn nicht schnell Hilfe eintrifft. Die Situation droht sich von Mai bis Juli noch weiter zu verschlechtern: Bis zu 7,1 Millionen Menschen werden zu wenig Nahrungsmittel haben – die höchste Anzahl, die das Land jemals verzeichnete. Schätzungen gehen davon aus, dass dem Südsudan in diesem Jahr 482.000 Tonnen Getreide fehlen.

„Was wir hier sehen, ist jenseits menschlicher Vorstellungskraft. Hilfsorganisationen wie CARE tun ihr Möglichstes, aber wir kommen kaum nach. Die Anzahl der Menschen, die versorgt werden müssen, steigt und steigt“, schildert Rosalind Crowther, CARE Länderdirektorin im Südsudan. „Wir beobachten auch einen besorgniserregenden Anstieg von Mangelernährung bei Kindern.“

Mädchen und Frauen sind besonders betroffen: Die Kriegsparteien setzen Vergewaltigung und sexuelle Gewalt als Kriegswaffe ein. Seit dem letzten Jahr ist die Gewalt im Südsudan eskaliert, viele Menschen mussten fliehen. Bauern können aufgrund von Gewalt und Unsicherheit ihre Felder nicht mehr bestellen, dementsprechend gibt es auch keine Ernten.

CARE hat in den vergangenen 12 Monaten Nahrungs-Nothilfe für mehr als eine halbe Million Menschen in den Bundesstaaten Unity, Jonglei, Oberer Nil und Ost-Äquatoria geleistet. „Unsere Mittel sind jedoch begrenzt”, sagt Crowther. „Es ist dringend nötig, dass Geldgeber und die humanitäre Gemeinschaft die Hilfe ausweiten, um mehr Menschen zu erreichen.“

Seit Beginn des Konflikts im Dezember 2013 haben mehr als vier Millionen Südsudanesen ihrem Zuhause entfliehen müssen, beinahe 90 Prozent davon sind Frauen und Mädchen. Mehr als zwei Millionen Menschen sind in Nachbarländern des Südsudan untergekommen.

Quelle: Aussendung Care, 27. Februar 2018

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