The Green Lie: Konzerne und Greenwashing

Der Film „The Green Lie” dokumentiert Schandtaten internationaler Konzerne, thematisiert Greenwashing und zeigt die Bedeutung der Zivilgesellschaft auf.

Vom Palmölanbau in Indonesien, über den Kohleabbau in Deutschland, bis zur Fleischproduktion in Brasilien – der Dokumentarfilm „The Green Lie“ von Werner Boote zeigt die Vertuschung der Ausbeutung von Mensch und Umwelt durch internationale Konzerne auf, die von NGOs seit Jahren kritisiert wird.

Kinostart in Österreich ist am 9. März 2018. Am 6. März findet im Schubertkino in Graz die Steiermark-Premiere statt. Die Reihe Südwind im Kino zeigt den Film am 7. März um 20 Uhr im Moviemento Linz. Bei beiden Veranstaltungen gibt es anschließende Filmgespräche mit dem Regisseur und der Autorin Kathrin Hartmann. In Graz wird zusätzlich Greenpeace-KonsumentInnensprecherin Nunu Kaller teilnehmen; in Linz FAIRTRADE-Geschäftsführer Hartwig Kirner.

„Der Film verdeutlicht die Wichtigkeit der Arbeit von NGOs wie Südwind und motiviert die Zuseherinnen und Zuseher als Akteurinnen und Akteure die Zukunft mitzugestalten. Denn wesentliche Faktoren um die Macht der Konzerne zu stoppen, sind kritische Bürgerinnen und Bürger und eine aktive Zivilgesellschaft”, sagt Nora Niemetz, Koordinatorin der Reihe Südwind im Kino.

Verbindliche Regeln für Konzerne
„Ob bei dem Anbau von Palmöl oder dem Abbau von Rohstoffen: Konzerne profitieren von Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen. Freiwillige Selbstverpflichtungen helfen da nur wenig“, sagt Stefan Grasgruber-Kerl, Kampagnenleiter von Südwind. Der UN-Menschenrechtsrat hat daher im Juni 2014 eine Arbeitsgruppe eingesetzt, mit dem Ziel ein verbindliches Abkommen zur Regulierung transnationaler Konzerne (TNC-Treaty) zu erarbeiten. Am 8. März 2018 wird beim UN-Menschenrechtsrat in Genf ein Zwischenbericht präsentiert, im Oktober soll ein erster Entwurf des Vertrags verhandelt werden. „Das UN-Abkommen bietet die historische Chance, den Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen durch Konzerne endlich zu ihrem Recht zu verhelfen. Wir fordern von Außenministerin Kneissl sich konstruktiv und im Sinne der Menschenrechte in die Verhandlungen zum UN-Abkommen einzubringen“, erklärt Stefan Grasgruber-Kerl.

Ein anderes Wirtschaften ist möglich
„The Green Lie“ verdeutlicht die negativen Auswirkungen einer auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Wirtschaft. Eine Gegenbewegung ist die Solidarökonomie, eine alternative Form des Wirtschaftens. Südwind hat in Kooperation mit NGOs aus 23 Ländern diese Bewegung analysiert und kartiert. In der Online-Karte „SuSY-Map“ wurden europaweit bisher fast 1.800 sozial- und solidarökonomische Initiativen, Betriebe und Organisationen erfasst, davon ca. 350 in Österreich.

Orientierung in der „Gütesiegelflut“
„Um eine Veränderung zu bewirken, müssen wir unsere Lebens- und Konsumgewohnheiten überdenken. Bewusst und mit Genuss das konsumieren, was man tatsächlich braucht, nichts dabei verschwenden und darauf achten, wo es herkommt und wie es produziert wurde, sind dabei wichtige Schritte”, so Nora Niemetz. Bei der Auswahl der Produkte helfen Gütesiegel. Aber für welche Standards stehen die unterschiedlichen Siegel? Zur Orientierung in der zunehmenden „Gütesiegelflut“ haben Südwind und Global 2000 einen Gütesiegel-Check veröffentlicht.

Quelle: Aussendung Südwind und Greenpeace, 28. Februar bzw. 1. März 2018

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