Ebola im Kongo: Zwiebeln essen verhindert Ansteckung nicht

Ängste und Mythen behindern Kampf gegen die Seuche.

© pixabay

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Es ist nicht nur die verheerende Sicherheitslage, die den Kampf gegen die Ausbreitung der tödlichen Ebola-Epidemie im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo seit Wochen erschwert. Zahlreiche Ängste und Mythen tragen dazu bei, dass viele Menschen sich nicht untersuchen lassen, Impfungen verweigern und erkrankte Personen zuhause verstecken. Beispielsweise wird Ebola von manchen für einen Fluch „böser Geister“ gehalten. Zudem kursieren Gerüchte, dass in den Ebola-Krankenstationen Gliedmaßen abgetrennt würden oder die Menschen dort verhungern müssten. Auch über die sozialen Netzwerke wird viel Unsinn verbreitet, darunter die Empfehlung, Zwiebeln zu essen, um sich vor der Ansteckung mit dem Ebola-Virus zu schützen. Das Gesundheitsministerium widersprach dem scharf: „Das ist unrichtig! Zwiebel haben keinen schützenden Effekt, außer dass sie schlechten Atem verursachen, der Menschen in Distanz hält.“

129 mutmaßliche Ebola-Fälle wurden seit Anfang August identifiziert, 89 Menschen starben an der Seuche, die vor allem durch Körperflüssigkeiten übertragen wird (Stand 9. September). Ein besonders besorgniserregender Todesfall ereignete sich am 6. September in Butembo, einer Großstadt mit über einer Million Einwohnern. Die betroffene Frau war aus der Kleinstadt Beni geflohen, weil sie sich nicht behandeln lassen wollte. Nun ist die Angst groß, dass sich die Epidemie auch in Butembo ausbreiten könnte. Umso dringlicher erscheinen Informations- und Aufklärungsprogramme darüber, wie eine Ansteckung mit Ebola effizient verhindert werden kann – beispielsweise durch die Vermeidung von Körperkontakt oder durch konsequente Hygienemaßnahmen.

Seit mehr als 15 Jahren sind die Don Bosco-Projektpartner von Jugend Eine Welt im Osten der Demokratischen Republik tätig, mit ihren Bildungseinrichtungen erreichen sie tausende allerärmste Kinder und Jugendliche. Angesichts der Ebola-Krise sollen nun in sämtlichen Don Bosco-Schulen, Kindergärten und Jugendzentren Präventions- und Notfallmaßnahmen gestartet werden. Zur Zielgruppe gehören neben SchülerInnen und Straßenkindern, die die Don Bosco-Zentren regelmäßig besuchen, auch die Mitglieder von Elternvereinen und Kirchengemeinden. „Wissen kann im Fall von Ebola Leben retten – nicht nur in Hinblick auf die Verhinderung einer Ansteckung. Je früher sich Infizierte in medizinische Behandlung begeben, desto größer sind ihre Überlebenschancen“, so Jugend Eine Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer. „Die nächsten Tage und Wochen werden darüber entscheiden, ob sich die tödliche Seuche weiter ausbreitet oder dank der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten gestoppt werden kann. Eine Tragödie wie die Ebola-Epidemie, die von wenigen Jahren in Westafrika mehr als 11.000 Todesopfer forderte, muss unbedingt verhindert werden.“

Quelle: Jugend Eine Welt, 11. September 2018

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