Filmtage: Hunger.Macht.Profite.

Das globale Agrar- und Ernährungssystem ist aus den Fugen geraten. Die Filmtage zum Recht auf Nahrung - Hunger.Macht.Profite.9 zeigen vom 15. November bis zum 10. Dezember österreichweit kritische Dokumentarfilme dazu.

Die Filme dokumentieren, wie die industrielle Landwirtschaft und unser Lebensstil weltweit zu Hunger, Landraub und zur Zerstörung unserer aller Lebensgrundlagen führen. Im Programm sind fünf Österreich-Premieren in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Tirol, Vorarlberg und der Steiermark. In anschließenden Filmgesprächen können die BesucherInnen mit lokalen Initiativen und ExpertInnen über Probleme und Lösungsmöglichkeiten diskutieren. „Die Filmtage tragen so dazu bei die Krise unseres Ernährungssystems in der Öffentlichkeit zum Thema zu machen", erklärt Barbara Waschmann vom Mitveranstalter normale.at.

Eine Welt ohne Hunger – weiter entfernt denn je?
Der Hunger auf der Welt nimmt wieder zu. Laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO, FAO hungern aktuell 821 Millionen Menschen oder 11 Prozent der Weltbevölkerung - in Afrika sogar ein Viertel der Menschen. Das Ziel der FAO, die Welt bis 2030 von Hunger zu befreien rückt in schier unerreichbare Ferne. Die Filmtage Hunger.Macht.Profite. zeigen die Hintergründe, Ursachen und Profiteure dieser Entwicklung.

„Land, Saatgut, Wasser und unsere Lebensmittel sind keine Ware wie jede andere. Auf den Rohstoffbörsen werden sie jedoch als solche gehandelt", kritisiert Brigitte Reisenberger von FIAN Österreich. Die fortschreitende Konzentration von natürlichen Ressourcen in den Händen einiger weniger Profiteure „organisiert“ den Hunger neu. „Die globale Agrar- und Lebensmittelproduktion wird zunehmend von einer immer kleineren Anzahl immer größer werdenden Konzerne dominiert. Wir müssen die Macht dieser Konzerne brechen und Mensch und Umwelt wieder vor Profite stellen“, erklärt Carla Weinzierl von Attac Österreich.

Tomatensauce, Palmöl und die komplexen Zusammenhänge des globalen Kapitalismus
Der Film „Rotes Gold“ besucht Tomatenmarkfabriken in China, Kalifornien, Italien und Afrika und zeigt schonungslos die komplexen Zusammenhänge des globalen Kapitalismus mit all seinen negativen Konsequenzen. „Unsichtbare Grenzen“ zeigt wie in Kolumbien die Palmölindustrie expandiert und Kleinbäuerinnen und -bauern sowie indigene Gemeinschaften verdrängt. In Äthiopien führt der Traum vom Wohlstand zu massiver Umweltzerstörung und einer der größten Zwangsvertreibungen der modernen Geschichte. Der Dokumentarfilm „Das Grüne Gold“  entwickelt sich schnell zu einem Thriller, der aus den entlegensten Winkeln Äthiopiens über die globalen Finanzmetropolen letztendlich wieder zu uns nach Europa zurückführt.

Filme, die Mut machen und eindrücklich Widerstand portraitieren
Einige Filme zeigen aber auch den Mut und die Hoffnung der Menschen, die durch regionale Alternativen Widerstand leisten. „Die Situation von Kleinbäuerinnen und -bauern ist sehr schwierig, immer mehr müssen ihre Höfe aufgeben. Daher ist es umso wichtiger zu zeigen, dass es möglich ist erfolgreich Widerstand zu leisten und gemeinsam Lösungen für eine ökologische und soziale Zukunft zu finden“, erklärt Julianna Fehlinger von der ÖBV – Via Campesina Austria. Der Film „In unseren Händen“ erzählt anhand der Bauern und Bäuerinnen der Landworkers' Alliance in Großbritannien, die Geschichte einer alternativen Landwirtschaft, einer neuen Art der Ernährung und einer neuen Form von Gesellschaft. Der dokumentarische Kurzfilm „Der Sieg der mosambikanischen Bäuerinnen und Bauern gegen das Soja-Imperium“ zeigt wie lokale Kleinbäuerinnen und –bauern erfolgreich mobilisieren, um die von der Regierung geplanten Monokulturen im Norden des Landes abzuwenden. „Kein Fluss und kein Meer“ dokumentiert wie sich zwei kämpferische Frauen aus der Fischergemeinschaft der Insel Ilha de Maré gegen Umweltverschmutzung durch die Erdöl-Industrie zur Wehr setzen. Der Film „Das Wunder von Mals“ zeigt den Kampf eines widerspenstigen Dorfs im Vinschgau, das sich nicht von der Südtiroler Apfel-Lobby unterkriegen lässt, um die erste pestizidfreie Gemeinde Europas zu werden.

Die Filmtage Hunger.Macht.Profite. werden veranstaltet von FIAN Österreich, ÖBV - Österreichische Berg- und Kleinbäuer*innen Vereinigung, Attac und normale.at.

Programm und Spielorte: www.HungerMachtProfite.at

Quelle: Aussendung attac, 5. November 2011

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