HIV/AIDS in Uganda: Fenster der Hoffnung

Uganda ist in Sichtweite einer ersten Aids-freien Generation: einer Bevölkerungsschicht die zu jung ist, um sich mit HIV durch ungeschützten Geschlechtsverkehr zu infizieren und zu alt, um damit geboren worden zu sein. Diese Kinder und Jugendlichen sind zwischen 9 und 25 Jahre alt und gelten als "Fenster der Hoffnung".

Zu Beginn schien es nur eines von vielen Programmen zur Bekämpfung der HIV/Aids-Ausbreitung zu sein, aber es stellte sich heraus, dass die "Fenster der Hoffnung"-Strategie in Uganda große Wirkung hatte. Es gibt zahlreiche vielversprechende Anzeichen dafür, dass die Etablierung dieser "Fenster der Hoffnung" die aussichtsreichste und vielleicht sogar endgültige Lösung der Verbreitung des Virus sein kann. Fenster der Hoffnung Begonnen hat alles Mitte der 1990er, als Anti-Aids-AktivistInnen die logische Schlussfolgerung zogen, dass es eine Bevölkerungsschicht gibt, die zu jung ist, um sich mit HIV durch ungeschützten Geschlechtsverkehr anzustecken und zu alt, um damit geboren worden zu sein. Diese Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 9 und ca. 25 Jahren, bilden ein Fenster der Hoffnung und - falls man sie vor der Infektion erfolgreich warnen und somit schützen kann - werden die nächste Generation der HIV-freien Erwachsenen repräsentieren. Sie würden nicht nur selbst längere Leben führen, sondern auch nicht-infizierten Nachwuchs zeugen können. Das künftige Überleben der Gesellschaft läge dann in den Händen dieser Kinder, auf die man die ganze Hoffnung gesetzt hat. "Kein Sex vor der Ehe" Die "Fenster der Hoffnung"-Kampagne war vor allem vom Leitsatz "Kein Sex vor der Ehe" geprägt. Benjamin Sensasi von der WHO meint dazu "Ich würde sagen, dass die Kampagne funktioniert, weil wir jetzt weniger HIV-Infektionen haben und gut informiert sind wie wir weiterhin präventiv vorgehen können." Das "Fenster der Hoffnung" öffnete sich vor etwa 10 Jahren. Die Älteren dieser Generation sind jetzt in ihren Mittzwanzigern und Umfragen ergeben, dass viele wirklich abstinent leben. Aus einer kürzlich durchgeführten Studie der Camous Alliance to Wipe out Aids (CAWA) geht hervor, dass 31,8% der StudentInnen (zwischen 20 und 25 Jahren) an der Makerere University Kampala noch nie Sex hatten und es besteht die Hoffnung, dass alle anderen entweder treu verheiratet sind oder - aufgrund der geleisteten Aufklärung - geschützten Geschlechtsverkehr leben. Wissen schützt Durch die mittlerweile strenge Überprüfung von Bluttransfusionen und der Prävention der Mutter-zu-Kind-Übertragung besteht nicht nur eine theoretische sondern auch eine praktische Aussicht auf eine junge gesunde Bevölkerungshälfte. Wie Ugandas früheste Anti-Aids-AktivistInnen bereits sagten: JedeR trägt die beste Anti-Aids-Waffe auf ihrer/seiner Schulter: den Kopf! Es sind Wissen/ Information/ Erziehung, die die Gesellschaft schließlich von Aids befreien werden. In Uganda gilt die ABC-Strategie (Abstinence, Being Faithful, Condom use) als der sicherste Weg der Aids-Bekämpfung. Laut Dr. Elizabeth Madraa, der Programmleiterin des National Aids/STD Control Programms des Gesundheitsministeriums, ist die HIV/Aids-Rate Ugandas von 30% im Jahr 1992 auf 7% 2005 gesunken.

Übersetzt und bearbeitet von Patricia Gerlinde Karner, 17. Juli 2005 Quelle: "Sunday Monitor" Kampala, Sonntag 17. Juli 2005 Nummer 198 "Aids-free generation in sight" S. 2 "Finally it is possible to get rid of Aids" S. 4

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