Tag der Wälder: Greenpeace protestiert für den Schutz des Amazonas

Umweltschutzorganisation fordert mit Indigenen Planungsstopp von Megastaudamm

© Greenpeace / Valdemir Cunha

© Greenpeace / Valdemir Cunha

Manaus/Wien – Vor der Bedrohung des Amazonas-Regenwaldes durch ein geplantes Staudammprojekt, dem  São Luiz do Tapajós, warnt die Umweltschutzorganisation Greenpeace weltweit zum heutigen internationalen Tag des Waldes. Bereits am Samstag protestierten Vertreter des Indigenen-Volkes der Munduruku zusammen mit Greenpeace-AktivistInnen am Tapajós, ein Nebenfluss des Amazonas. Das Staudammprojekt, das von der brasilianischen Regierung angetrieben wird, hätte nicht nur für die vor Ort lebenden Munduruku, sondern auch für die Tier- und Pflanzenwelt vor Ort katastrophale Folgen.

„Greenpeace steht Seite an Seite mit den Munduruku, um sich für den Schutz des Tapajós-Flusses und des Amazonas-Regenwaldes einzusetzen“, erklärt Amazonas-Sprecher Lukas Meus von Greenpeace in Österreich, „Die brasilianische Regierung plant den Bau von mehr als 40 Staudämmen im Flussgebiet des Tapajós. Das ist verantwortungslos und würde einen weiteren Teil des Amazonasgebietes zerstören.“ Für den mehr als sieben Kilometer breiten São Luiz do Tapajós-Damm, der als erstes gebaut werden soll, würde ein 729 Quadratkilometer großer Stausee entstehen – eine Fläche etwa doppelt so groß wie Wien. Das bedeutet die Zerstörung von riesigen Urwaldflächen, zahlreichen Seen und Inseln. Das Tal des Tapajós-Flusses gilt als eines der artenreichsten im Amazonas-Regenwald – Jaguar, Flussdelphin, die bedrohte Terekay-Schienenschildkröte sowie hunderte Fisch- und Vogelarten sind hier zu finden.

Außer Acht gelassen wurden bei der vorangegangen Umweltverträglichkeitsprüfung vor allem auch die Auswirkungen auf die in der Region lebenden Menschen. Der Tapajós-Fluss ist die Lebensader der Munduruku, eines 12.000 Menschen zählenden Indigenen-Volkes. Für den Damm würde ihre Heimat geflutet und ihre Fischgründe und heiligen Stätten zerstört werden. „Wir lehnen den Bau des Staudammes ab, weil unser Leben von dem Fluss und den umliegenden Regenwäldern abhängt“, betont Juarez Saw Munduruku, Oberhaupt der Munduruku aus Sawre Muybu.

„Noch befindet sich das Dammprojekt in einem frühen Stadium des Genehmigungsprozesses, der genauso ernsthafte Mängel aufweist, wie zuvor das Belo Monte-Staudammprojekt. Dieses ist derzeit Teil der größten Korruptionsermittlung in Brasilien – daraus muss die brasilianische Regierung Lehren und früh genug die Notbremse ziehen“, sagt Meus. Das Amazonasgebiet verfügt weltweit über die größten Regenwälder und wird als grüne Lunge unseres Planeten bezeichnet. Doch 20 Prozent des Amazonas-Regenwaldes ist heute bereits aufgrund der Profitgier mehrerer Industriezweige unwiederbringlich verloren. „Eine Fläche so groß wie 753 000 Fußballfelder wurde letztes Jahr im Amazonas zerstört. Wenn die brasilianische Regierung den Bau der Staudämme umsetzt, wird diese Zahl immens steigen“, warnt Meus und fordert abschließend: „Wir müssen den Amazonas-Regenwald schützen. Für die Menschen vor Ort und für die nächsten Generationen.“

Presseaussendung, Greenpeace, 21.3.2015

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