Greenpeace-Marktcheck: Grillfleisch-Angebot verbesserungswürdig

Handlungsbedarf insbesondere bei gentechnikfreiem Fleisch und Tierschutz

Wien – Zum Start der Grillsaison hat der Greenpeace-Marktcheck im Juli das Angebot an Fleisch und Geflügel in den Supermärkten unter die Lupe genommen. Von Huhn über Pute bis hin zu Rind und Schwein: Untersucht wurde, ob das Fleisch Bio-Qualität hat, gentechnikfrei hergestellt wurde und ob es aus Österreich stammt. Abgefragt wurde auch, ob vorbildliche Maßnahmen, die das Tierwohl steigern, gesetzt werden. Spar ist Testsieger mit dem besten Bio-Angebot und bekommt die Testnote „Gut“. „Ausgezeichnet“ und „Sehr gut“ hat Greenpeace bei diesem Test nicht vergeben.

„Das Grillfleisch-Angebot in Österreich muss sich noch deutlich verbessern“, kritisiert Nunu Kaller, Konsumentensprecherin von Greenpeace, „Im Bereich gentechnikfreie Fütterung und Tierwohl müssen alle Supermärkte noch viel mehr tun.“ Dafür kann der Handel besonders in der Kategorie Herkunft punkten. Bei Hühnerfleisch bedeutet die österreichische Herkunft in der Regel auch, dass kein gentechnisch verändertes Futter zum Einsatz gekommen ist.

Auch wenn nicht lückenlos gekennzeichnet, ist gentechnikfreies Hühnerfleisch doch bei allen Supermärkten zu finden. Entsprechendes Putenfleisch ist derzeit nur bei fünf von neun Supermärkten erhältlich. Gentechnikfrei zertifiziertes Schweinefleisch bietet nur Hofer an. Bei Rind fehlt diese Kennzeichnung gänzlich. Obwohl für viele KonsumentInnen die Gentechnikfreiheit ein wesentliches Qualitätskriterium ist, ist der Einsatz von gentechnisch verändertem Futter am Endprodukt nicht kennzeichnungspflichtig - eine Gesetzeslücke, die Greenpeace seit Jahren kritisiert. Verbesserungsbedarf besteht aber nicht nur bei der Gentechnik-Kennzeichnung, sondern auch im Bereich Tierwohl.

Nur ein Teil der Supermärkte ist in Projekte zur Steigerung des Tierwohls involviert, die über die AMA-Richtlinien hinausgehen. Vorbildliche Initiativen zu mehr als einer der abgefragten vier Tierarten wurden nur von Spar und Hofer genannt. Gerade im Bereich Schweinehaltung ist der Handlungsbedarf aber hoch: Während bei unseren deutschen Nachbarn die betäubungslose Ferkelkastration ab 2019 verboten werden soll, ist dies in Österreich selbst in Pilotprojekten nicht der Fall.

Biologische Produkte garantieren nicht nur einen höheren Tierschutz-Standard, sondern auch die gentechnikfreie Fütterung. Alle vier abgefragten Fleischsorten in Bio-Qualität bieten nur Spar und Merkur an, bei den meisten Supermärkten gibt es Pute und Schwein nur aus konventioneller Tierhaltung.

Um die Umwelt zu schonen und die negativen Folgen der Fleischproduktion auf das Klima zu minimieren, empfiehlt Greenpeace aber generell weniger oder wenn möglich gar kein Fleisch zu konsumieren. „Gemüse und Produkte auf pflanzlicher Basis auf dem Grill schmecken nicht nur gut, sondern sind auch besonders umweltschonend“, so Kaller abschließend.

Den Greenpeace-Marktcheck finden Sie unter greenpeace.at/nachhaltigkeit-im-test

Quelle: Presseaussendung, Greenpeace, 7.7.2016

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