Tödliche Bananen

Südwind deckt die gesundheitlichen Folgeschäden für ArbeiterInnen auf Bananen-Plantagen auf. Die neue Bananen-Pestizid-Studie belegt ein stark erhöhtes Krebsrisiko von ArbeiterInnen durch den exzessiven Pestizideinsatz im konventionellen Bananen-Anbau.

© Südwind

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Auf Kosten der Gesundheit

Meist werden Flugzeuge eingesetzt, um die riesigen Bananen-Anbauflächen in Ecuador mit Pestiziden zu besprühen. Eine Methode, die in Österreich in den 90er Jahren verboten wurde. Ganze 45 Kilogramm werden durchschnittlich in der Bananenproduktion auf jeden einzelnen Hektar Land pro Jahr verteilt. Zum Vergleich: Auf einem Kartoffelacker in Österreich kommt etwa ein Zehntel, also rund 4,5 Kilo, zum Einsatz. Die eingesetzten Sprühmittel enthalten u. a. Wirkstoffe wie Paraquat, das in der EU bereits verboten ist, oder Glyphosat, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Im Pestizidregen

Nach dem Ausbringen der Pestizide sollten die Bananen-Plantagen erst nach 24 bis 48 Stunden wieder betreten werden. Diese Regelung wird oft nicht eingehalten. „Wir machen uns große Sorgen, weil wir unter dem Pestizid-Regen arbeiten müssen. Aber wer sich beschwert, riskiert entlassen zu werden“, berichtete ein Arbeiter dem Südwind-Recherche-Team.

Deutlich erhöhtes Krebsrisiko

Der Umweltmediziner Prof. Dr. Hans-Peter Hutter von der Organisation ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt untersuchte die Auswirkungen der hohen Pestizidbelastung auf die Gesundheit der Plantagen-ArbeiterInnen. Das Risiko für ArbeiterInnen, die im konventionellen Bananenanbau beschäftigt sind, u. a. Beschwerden des Magen-Darm-Traktes zu entwickeln, ist sechs bis achtmal so hoch wie bei Menschen, die keinen Pestiziden ausgesetzt sind. „Die Ergebnisse der Wangenschleimhautzell-Untersuchungen in der heute veröffentlichten Studie ‚Bananen-Pestizid-Studie II‘ erlauben die Schlussfolgerung, dass aufgrund der Belastung mit Agrochemikalien auch langfristig die Gesundheit gefährdet ist. Die Resultate legen nahe, dass diese Pestizidanwender ein deutlich höheres Risiko aufweisen, an Krebs zu erkranken als Arbeiterinnen und Arbeiter, die im Bio-Anbau tätig sind“, so Prof. Dr. Hans-Peter Hutter.

Kein Platz für Bananen, die krank machen

Ecuador ist der weltweit größte Exporteur von Bananen und zweitgrößte Produzent von Bio-Bananen. Dennoch werden nur auf sechs Prozent der Anbaufläche Bio-Bananen und auf drei Prozent FAIRTRADE-Bananen angebaut. „Supermarktketten wie REWE, Spar, Hofer und Lidl müssen das Angebot von bio-fairen Bananen schnellstens ausbauen. Produkte, die Menschen krank machen, dürfen keinen Platz in den Regalen der Supermärkte haben", fordert Konrad Rehling von Südwind.

Make Fruit Fair

Südwind setzt sich im Rahmen der europaweiten Kampagne „Make Fruit Fair!" für einen fairen Handel mit tropischen Früchten ein. Über 70.000 Menschen haben in den vergangenen Monaten eine Petition adressiert an die Supermarktkette Lidl unterstützt, mit der Forderung auf bio-faire Bananen umzustellen.

Es geht auch anders

Auf Einladung von FAIRTRADE besucht der ecuadorianische Bananenbauer Segundo Bautista Cañar Agurto von 10. bis 17. November 2016 Österreich und berichtet über den Bananenanbau der FAIRTRADE-Kooperative ASOGUABO. Segundo bewirtschaftet rund vier Hektar Land in der Region Machala, und ist seit zehn Jahren Mitglied der Kooperative. Veranstaltungen mit Segundo Bautista Cañar Agurto finden Sie hier.

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