Geldwäsche: Gegen „Russische Waschmaschinen“ helfen öffentliche Eigentümer-Register

EU-Antigeldwäscherichtlinie muss dringend nachgebessert werden, österreichische Unterstützung notwendig

Jakob Huber/Compact (flickr)

Jakob Huber/Compact (flickr)

Wien, am 21. März 2017. Der heute aufgedeckte Skandal über russische Geldwäsche-Transaktionen nach Europa ist für das VIDC und Attac der erneute Beweis, dass es EU-weit öffentliche Register der Eigentümer von Firmen, Stiftungen, Trusts und trust-ähnlichen Konstruktionen braucht.

„Die Affäre zeigt nicht nur, dass auch bei Handelsfirmen mehr Aufklärung und Sensibilisierung für Geldwäsche nötig ist. Sie zeigt auch, dass es öffentlich zugängliche Eigentümerregister geben muss, damit man überhaupt weiß, mit wem man es zu tun hat“, fordert Martina Neuwirth (VIDC). Eine entsprechende Ergänzung der EU-Antigeldwäsche-Richtlinie wurde von den zuständigen Ausschüssen des EU-Parlaments bereits Ende Februar beschlossen „Jetzt müssen auch die Regierungen der EU-Länder Farbe im Kampf gegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung bekennen.  Daher muss auch die österreichische Regierung solchen öffentlichen Eigentümerregister zustimmen“, ergänzt David Walch, Pressesprecher von Attac. (1)

Seit letztem Jahr gibt es in Großbritannien ein öffentlich zugängliches Online-Eigentümerregister. Das wird es künftig erschweren, Schwarzgeld über Briefkastenfirmen zu transferieren.

Bei den vom Recherche-Verbund OCCRP offengelegten komplexen russischen Geldwäsche-Transaktionen waren bis 2014 europäische Banken sowie Scheinfirmen in Großbritannien und anderen Ländern involviert, womit das Schwarzgeld in die EU transferiert wurde. Scheinfirmen brachten das Geld dann auch in Umlauf, indem Waren angekauft und nach Russland exportiert wurden.

(1) Siehe: http://www.attac.at/news/detailansicht/datum/2017/02/28/erfolg-eu-parlament-fuer-oeffentliche-eigentuemer-register.html
 

Quelle: Presseaussendung, Attac, März 2017

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