Was aber bisher geschah!

Geschichten und Gedanken zum Thema Flucht und Migration von Maria Reininger, ORF Ö1 Redakteurin

Die normalen unfairen Wirtschaftskooperationen der EU mit Afrika:

Wer unter Exporte Afrikas in die EU im Internet sucht, findet an den ersten  Suchergebnissen nichts. Nur Fakten und Tipps zu Exporten der EU nach Afrika werden aufgelistet. Wer weitersucht, findet in den nächsten Suchergebnissen wenigstens aufschlussreiche Fakten. Zum Beispiel diese:

Hendlbügel sind in Europa nicht mehr en vogue, Hühnerbrüste lassen sich bei uns derzeit besser verkaufen, Hendlhaxen gelten als Abfall und werden nach Afrika verkauft:

„Europäisches Hähnchenfleisch ist in Westafrika so billig, dass die einheimischen Landwirte pleitegehen. Neue Handelsabkommen könnten den Druck verschärfen.“ stand 2015 in der Zeit Online.

Und die Geschichte ist eine alte: europäische Milchseen werden bis heute durch den Export von Milchpulver in afrikanische Länder reduziert. Für Bauern dort zahlt sichs nicht mehr aus, selbst Milch zu produzieren. Sie erzielen ergo kein Einkommen damit. Auch andere Landwirtschaftsprodukte und deren Export werden in der EU zu stark gefördert.

Als die USA 1994 mit Mexiko den Freihandelsvertrag NAFTA abschloss, passierte dasselbe mit Billigmais: mexikanische Bauern konnten ihren Mais nicht mehr verkaufen, weil Gringomais, also Mais aus den USA, billiger war. Dass sich viele einkommenslos gewordene Mexikaner Richtung USA aufmachten, war also kein Wunder.

Wie wärs also mit entweder oder: Lateinamerikanische und afrikanische Märkte in Ruhe lassen oder faire Handelsbeziehungen etablieren?


Flüchtlinge abwerten, Migranten in einem Atemzug mit Extremisten nennen, und ein geradezu hysterisches Sicherheitsdenken, das glauben machen soll, wir bräuchten vor allem mehr Militär und Abwehr. Das sind Sackgassen österreichischer Politik angesichts internationaler Krisen. Es geht aber auch anders. Und das hat nichts mit naiver Schönfärberei zu tun, sondern mit ein paar wirtschaftlichen und menschlichen Überlegungen.

Hier ein paar Erzählungen und Thesen dazu, wies kommt, dass Menschen unfreiwillig nach Europa migrieren, und wie EU-Politik so gedreht werden könnte, dass ein Austausch in Wohlstand entsteht:

Text: Maria Reininger. Die ORF Ö1 Redakteurin, ist seit 30 Jahren mit dem Schwerpunkt Entwicklungspolitik beschäftigt und anderem für die Initiative Jubilee 2000 mit dem Ökonimen Jeffrey Sachs.

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