Wiederaufbau in Nicaragua

Rosa Elsbeth Horbaty

Materielle Hilfe ist nötig. Ebenso wichtig ist die Förderung von Eigeninitiative und des Mutes der Betroffenen zum Neubeginn.

Nach der Wirbelsturm-Katastrophe stehen den Betroffenen vor allem ausländische Hilfsorganisationen zur Seite. So stellte die österreichische Regierung aus Mitteln der Entwicklungszusammenarbeit rasch und unbürokratisch zehn Millionen Schilling zur Verfügung. Unverzüglich konnten Nahrungsmittel und Medikamente in das Katastrophengebiet gebracht werden. Gleichzeitig wurde sofort ein gezielter Wiederaufbau geplant. In der Gemeinde Achuapa sollen so rasch wie möglich 100 Häuser im einfachen hier üblichen Stil aufgebaut werden. Ende März 1999 waren bereits 50 Prozent aller Häuser fertig und bezogen.

»Dabei ist es wichtig«, meint HansGeorg Danninger, der Leiter des Regionalbüros der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, »daß sich die Betroffenen selbst am Wiederaufbau beteiligen.« Aus diesem Grund wurde zwar ein Baumeister eingestellt, die Arbeiten selbst werden aber direkt von der Bevölkerung verrichtet.

Die von den reißenden Wassermassen angeschwemmten Bäume werden als Bauholz genutzt, die Ziegelsteine für die Häuser von den späteren Bewohnern selbst gebrannt, wie sie dies schon immer gemacht haben. Nur das Wellblech für die Dächer kommt aus der Hauptstadt Managua.

Neben dem Bau der Häuser ist es auch wichtig, die Felder wieder zu bestellen. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit wird die Menschen in Achuapa auch hierbei unterstützen. Damit die Betroffenen nicht längerfristig von Lebensmittellieferungen abhängig sind, werden Saatgut, Düngemittel und agrotechnische Unterstützung zur Verfügung gestellt.

Ähnliche Projekte laufen in Cinco Pinos und San Francisco. Darüber hinaus unterstützt ¡VAMOS!, eine von verschiedenen Entwicklungsorganisationen der katholischen Kirche Österreichs und von Solidaritätsgruppen getragene Kampagne, auch an anderen Orten mehrere Initiativen zum Wiederaufbau Nicaraguas.

Die Autorin ist Schweizer Journalistin und im Rahmen der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit in Nicaragua tätig.

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erstellt von Semper Andreas
Letzte Änderungen: 22.06.04