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Presseaussendung
von Frauensolidarität und WIDE
Tag der Arbeit: Wer zahlt faire Löhne?
EZA-Kürzungen
der falsche Weg
(Wien, 29.4.2010) „Ein Achtstundentag mit ausreichender Bezahlung
wird für immer mehr Frauen zum unerfüllten Wunschtraum. Berechnungen
der OECD belegen unsere schlimmsten Befürchtungen, die immer noch
ungehört verschallen“, konstatiert Kathrin Pelzer, Kampagnenleiterin
der Frauensolidarität. Bedingt durch die Wirtschaftskrise steigt
die Anzahl an informell, also ohne sozialer und arbeitsrechtlicher Absicherung
arbeitenden Menschen drastisch an. Wird Arbeiten ohne rechtlichen und
sozialen Schutz zum Normalzustand?
Bereits jetzt arbeiten mehr als die Hälfte der weltweit erwerbstätigen
Menschen ohne Arbeitsvertrag und sichere Löhne. Laut OECD wird diese
Zahl bis 2020 auf zwei Drittel ansteigen.* Frauen sind schon jetzt überwiegend
mit diesen Arbeitsbedingungen konfrontiert. Sie werden auch zukünftig
die Mehrheit bilden, denn es geht wirtschaftlich und politisch unbeirrt
in dieselbe Fahrtrichtung weiter. Denn die Kosten verantwortungslosen
Spekulierens und falscher Wirtschaftsmodelle werden allen übergestülpt!
„Eine Frage der Weitsicht und des politischen
Willens“
Während zur Bankenrettung Milliardenbeträge zur Verfügung
gestellt wurden, sollen nun Einsparungen quer durch die Ministerien das
gestiegene öffentliche Defizit sanieren. Das entwicklungspolitische
Frauennetzwerk WIDE wehrt sich gegen Einsparungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit:
„Kürzungen in der EZA treffen die Ärmsten und damit Frauen
am unmittelbarsten! In der Entwicklungszusammenarbeit gibt es viele erfolgreiche
Ansätze, die gestärkt und ausgebaut werden müssen, gerade
zur Gleichstellung von Frauen und ökologisch nachhaltigem Wirtschaften“,
sagt WIDE-Obfrau Eva Klawatsch-Treitl.
WIDE verweist auf den am 21.4. von der EU-Kommission verabschiedeten 12-Punkte-Aktionsplan
zur Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele, in dem eine gerechte
globale und EU-interne Lastenverteilung eingemahnt wird: „In der
aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise ist es zwar nicht leicht, die gemeinsame
Verpflichtung zur ODA-Aufstockung auf 0,7 % des BNE bis 2015 zu erfüllen,
(…) es ist jedoch nach wie vor möglich und erforderlich. Dies
ist eine Frage der Weitsicht und des politischen Willens.“**
Die österreichische Regierung – seit Jahren mit ihren Verpflichtungen
in Verzug (ODA 2009: 0,3%) - sollte umgehend innovative Vorschläge
zur Entwicklungsfinanzierung wie die Finanztransaktionssteuer aufgreifen,
zu deren Machbarkeit und positiver Effekte auf die Finanzmarktstabilität
ausreichend Studien vorliegen.
Der Shareholder-Value hat ausgedient – StakeholderInnen gibt es
viele! WIDE und Frauensolidarität fordern einen Fokus auf existenzsichernde
Löhne, faire Arbeitsbedingungen - „decent work“! In global
vernetzten Räumen braucht es dafür neue Instrumente und Verantwortungen,
und internationale Kooperation ist nötiger denn je!
Quellen:
*http://www.oecd.org/document/22/0,3343,en_2649_34487_42529878_1_1_1_1,00.html
** http://www.parlament.gv.at/cgi-bin/eukp.pdf?P_EU=XXIV.pdf/EU/02/97/029712.pdf
>> Presseaussendung
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