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WIDE-Presseaussendung
Das
weibliche Gesicht von HIV/AIDS
WIDE fordert mehr EZA und Maßnahmen gegen Stigmatisierung
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Presseveranstaltung
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WIDE-Positionspapier
(7.7.2010) Der Anteil an Frauen unter den Menschen mit einer HIV-Infektion
ist seit Jahren kontinuierlich gestiegen und liegt heute weltweit bei
50%. Diese Tatsache erfordert eine spezifische Aufmerksamkeit für
die vielfältige Betroffenheit von Frauen. Anlässlich der Weltaidskonferenz,
die vom 18.-23.7.2010 in Wien stattfinden wird, fordert das entwicklungspolitische
Frauennetzwerk WIDE die österreichische Bundesregierung und die internationale
Staatengemeinschaft auf, im Kampf gegen HIV/AIDS gezielte Maßnahmen
zur Verwirklichung der sexuellen und reproduktiven Rechte von Frauen umzusetzen.
WIDE präsentierte dazu ein Positionspapier „HIV/AIDS und Frauen
– Herausforderungen für die Entwicklungspolitik“.
Feminisierung von HIV/AIDS
Die meisten HIV-positiven Menschen leben im südlichen Afrika, auch
der Frauenanteil ist hier mit 60% am höchsten. Das hohe Infektionsrisiko
von Frauen hängt generell eng mit ihrer ökonomischen Diskriminierung,
fehlendem Zugang zu sexuellen und reproduktiven Rechten und dem hohen
Ausmaß an Gewalt gegen Frauen zusammen. „In den besonders
betroffenen Ländern muss der Zugang von Frauen zu Bildung und zum
Arbeitsmarkt verbessert werden. Frauen brauchen einen besseren Zugang
zum Gesundheitssystem, dazu zählen auch mobile, niederschwellige
Dienste in ländlichen Regionen“, so Lisa Sterzinger von World
Vision. Zudem lastet die Pflege von AIDS-Kranken und die Versorgung von
AIDS-Waisen überwiegend auf den Schultern von Frauen. „Regierungen
sind aufgefordert, Systeme der Abgeltung für diese unbezahlten Pflegeleistungen
zu finden“, betonte Sterzinger.
Herausforderungen für die Entwicklungspolitik
Der Zugang zu medizinischer Behandlung, welche HIV/AIDS von einer tödlichen
zu einer chronischen Krankheit macht, ist trotz beachtlicher Fortschritte
für etwa zwei Drittel aller Betroffenen in den ärmeren Ländern
noch immer nicht gegeben. Angekündigte Sparmaßnahmen bei der
Entwicklungszusammenarbeit werden sich negativ auf die Millenniumsentwicklungsziele
auswirken, welche u.a. die Reduzierung der Müttersterblichkeit und
Bekämpfung von HIV/AIDS vorsehen. WIDE fordert die österreichische
Bundesregierung auf, den Sparstift nicht bei der ohnehin auf 0,3% des
BNE gesunkenen Entwicklungszusammenarbeit anzusetzen, sondern endlich
seinen internationalen Verpflichtungen nachzukommen und die bi- und multilaterale
Kooperation bis zur Erreichung von 0,7% um zumindest 50 Mio. EUR jährlich
aufzustocken. Dafür liegen Finanzierungsvorschläge vor, wie
die Einhebung einer Flugticketsteuer, einer Finanztransaktionssteuer oder
die Einführung bzw. Erhöhung vermögensbezogener Steuern.
Sexuelle und reproduktive Gesundheit
In der EZA kann an erfolgreiche Programme angeknüpft werden, die
zur Stärkung der politischen, ökonomischen sowie sexuellen und
reproduktiven Rechte von Frauen beitragen. Zugleich müssen Maßnahmen
zum Aufbau von Sozialversicherungssystemen und verbessertem Zugang zu
Gesundheitsdienstleistungen unterstützt werden. WIDE fordert auch
eine stärkere Verschränkung von HIV/AIDS-Programmen mit Einrichtungen
der sexuellen und reproduktiven Gesundheit, um etwa die Mutter-Kinder-Übertragung
durch Aufklärung und medizinische Behandlung zu verhindern. Weiters
bedarf es verstärkter frauenspezifischer Forschung und Partizipation
von Frauen, damit HIV/AIDS-Präventions- und Behandlungsprogramme
auf die besonderen Bedürfnisse von Frauen abgestimmt und von diesen
auch angenommen werden können, wie z.B. von Sexarbeiterinnen.
Sexarbeiterinnen in Österreich
„Stigmatisierung, restriktive Gesetze, Diskriminierung und sozialer
Ausschluss verursachen eine unsichere und prekäre Situation, die
die rechtliche und sozioökonomische Lage von (migrantischen) SexarbeiterInnen
beeinträchtigt und ihren Zugang zu Einrichtungen der Gesundheitsversorgung,
zu HIV-Prävention und Behandlung einschränkt“, kritisierte
Faika El-Nagashi von der Migrantinnenselbstorganisation LEFÖ.
Rechte hier und jetzt!
In Österreich ist AIDS auch 2010 ein Tabuthema, über das nur
„hinter vorgehaltener Hand“ gesprochen wird, meinte Wiltrut
Stefanek vom Selbsthilfeverein PULSHIV. „Ein sichtbares Leben mit
HIV ist auch heute nicht möglich. Diskriminierung und Stigmatisierung
finden nach wie vor im Alltag statt. Menschen reagieren überängstlich,
manchmal sogar hysterisch, weil sie einfach zu wenig wissen oder falsch
informiert sind“, so Stefanek. „Aus Angst, sozial ausgestoßen
und gesellschaftlich stigmatisiert zu werden, verheimlichen viele von
uns nach wie vor ihre Infektion bzw. Erkrankung, oft sogar vor ihren nächsten
Angehörigen.“ Um das breite Spektrum an Menschenrechtsverletzungen
und den Abbau von Stigmatisierung und Diskriminierung HIV-positiver Menschen
und ihrer Angehörigen wird es auf der diesjährigen Weltaidskonferenz
stark gehen, wie an ihrem Motto erkennbar ist: „Rights here –
right now!“
WIDE-Positionspapier
"HIV/AIDS und Frauen - Herausforderungen für die
Entwicklungspolitik"
>>„HIV/AIDS
und Frauen – Herausforderungen für die Entwicklungspolitik"
Fotos zum Pressegespräch
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Presseaussendung als pdf
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